«Angriff trägt Handschrift von Linksextremisten»

Der bei einer Attacke verletzte Bremer AfD-Landesvorsitzende Frank Magnitz spricht entgegen polizeilichen Erkenntnissen weiter von einem «Mordanschlag».

Es handle sich «definitiv nicht» um einen Raubüberfall: Frank Magnitz. (Archivbild)

Es handle sich «definitiv nicht» um einen Raubüberfall: Frank Magnitz. (Archivbild) Bild: Hayoung Jeon/Keystone

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Der Bremer AfD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz hat Linksradikale für den auf ihn am Montagabend verübten Angriff verantwortlich gemacht. Der Zeitung «Die Welt» (Donnerstagsausgabe) sagte der rechtspopulistische Politiker: «Der Anschlag trägt die Handschrift von Linksextremisten.» Um einen Raubüberfall handele es sich «definitiv nicht». Entgegen polizeilichen Erkenntnissen sprach Magnitz, der das Krankenhaus am Mittwoch verliess, weiterhin von einem «Mordanschlag».

Darauf angesprochen, dass die Polizei keinen Hinweis auf einen Mordversuch sieht, sagte der 66-Jährige, dies seien «juristische Spitzfindigkeiten». Er sei «hinterrücks angegriffen» worden und hätte dabei «ums Leben kommen können».

(Video: Youtube/Welt)

Die Bremer AfD relativierte unterdessen ihre Darstellung des Angriffs. Sie hatte zunächst von einem «Mordanschlag» gesprochen und in einer Pressemitteilung erklärt, Magnitz sei mit einem «Kantholz» bewusstlos geschlagen sowie am Boden liegend weiter mit Tritten gegen den Kopf traktiert worden. Demnach hörten die Täter erst damit auf, als ein Handwerker eingriff.

Staatsanwaltschaft weist Darstellung zurück

Magnitz' Stellvertreter als AfD-Landeschef, Thomas Jürgewitz, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben), den Begriff «Kantholz» habe einer der Bauarbeiter gebraucht. «Der Mann ist aber bisher nicht wieder aufgetaucht», fügte der Vize-AfD-Landesverbandschef hinzu. Im Übrigen könne er «nichts bewusst Falsches an der Darstellung in der Pressemitteilung erkennen».

Die Bremer Staatsanwaltschaft weist diese Darstellung mittlerweile zurück. Die Ermittlungen haben demnach bisher ergeben, dass Magnitz von einem von insgesamt drei unbekannten Männern «von hinten angesprungen» worden sei. Magnitz sei daraufhin zu Boden gestürzt und habe eine blutende Verletzung am Kopf erlitten. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, der Staatsschutz wegen einer politisch motivierten Tat.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft gab es nach Auswertung des bisher gesicherten Videomaterials dem vorläufigen Ermittlungsstand zufolge keinen Schlag mit einen Gegenstand. Die Angreifer flüchteten nach dem Schlag und dem Sturz. Zwei Handwerker, die in der Nähe ihr Auto beluden, wurden auf den am Boden liegenden Magnitz aufmerksam und riefen den Rettungsdienst.

Weitere Zeugen gesucht

Der Hamburger AfD-Landesvorsitzende Bernd Baumann sagte dagegen im Radioprogramm SWR Aktuell, bei dem Angriff auf Magnitz habe einer der Täter eine «Dachlatte» verwendet. Ein «Zeuge» habe das gesehen, ein «Handwerker». Dieser habe dann auch dabei «geholfen, die Täter zu vertreiben».

Die eingerichtete Sonderkommission rief weiterhin Zeugen des Vorfalls auf, sich zu melden. Die Bremer Polizei schaltete ein Hinweisportal frei, auf dem rund um die Tatzeit entstandene Fotos und Videos von der Gegend des Geschehens hochgeladen werden können.

Der Angriff auf den Bundestagsabgeordneten sorgte in allen politischen Lagern für Empörung sowie Warnungen vor einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung. In Bremen wird im Mai eine neue Bürgerschaft gewählt. Darin ist die AfD aktuell mit einem Abgeordneten vertreten. Zuletzt hatte es auch mehrere Attacken auf Einrichtungen der Partei in verschiedenen Bundesländern gegeben. Im Sommer 2016 wurde der AfD-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Uwe Junge, angegriffen und verletzt. (chk/AFP)

Erstellt: 10.01.2019, 03:17 Uhr

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