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Distelfalter könnten dieses Jahr in Massen auftreten

Naturfreunde sollten die Augen offen halten: Die Bedingungen für einen Sommer mit vielen Distelfaltern stehen in diesem Jahr gut. Ihr Weg führt über die Alpen.

Invasion aus Afrika: Distelfalter (Vanessa cardui) könnten dieses Jahr massenweise über die Alpen einreisen
Invasion aus Afrika: Distelfalter (Vanessa cardui) könnten dieses Jahr massenweise über die Alpen einreisen
Keystone

Es gebe Anzeichen für einen "Masseneinflug", teilte der deutsche Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Freitag mit. 2015 sei das Insekt mit den orange-braun-schwarzen Flügeln bereits viermal häufiger und in grösserer Zahl gesichtet worden als im Vorjahr. Das zeigten Meldungen von Bürgern auf dem Internetportal "Naturgucker". Ob wie schon 2009 grosse Schwärme auftauchten, werde sich etwa innerhalb einer Woche zeigen. "Wir beobachten das jetzt täglich", sagte BUND-Naturschutzexpertin Nehle Hoffer der Deutschen Presse-Agentur. Die Insekten sind vor allem in Nordafrika heimisch, ihre Migration gilt als eines der grossen Naturwunder. Im Gegensatz zu gängigen mitteleuropäischen Tagfaltern wie dem Tagpfauenauge oder dem Kleinen Fuchs, die bei uns überwintern, ziehen die Distelfalter jeden Sommer aus dem Süden herbei. Es ist eine der längsten Wanderungsbewegungen von Schmetterlingen auf der Erde. Doch einmal pro Jahrzehnt fliegen die Tiere nicht nur vereinzelt, sondern in riesigen Mengen nach Europa. Ein stärkeres und vor allem früheres Vorkommen der Distelfalter als sonst beobachtet auch der Hauptkonservator bei der Zoologischen Staatssammlung München, Axel Hausmann. Ob wie vor sechs Jahren allerdings Millionen Distelfalter über die Alpen kämen, sei Spekulation. Günstige Bedingungen "2009 waren bereits aus Marokko Milliarden von Faltern gemeldet worden", so Hausmann. Mehrere Faktoren müssten für das Schauspiel zusammenkommen: Die Raupen könnten sich zum Beispiel nur bei günstigen Verhältnissen zahlreich entwickeln. Die Bedingungen für die Überwinterung in Nordafrika seien günstig gewesen, sagte Nehle Hoffer. Aber auch der Wind spiele nun eine Rolle. Sollten die Bedingungen passen, wären die Falter in der Schweiz und im Süden Deutschlands zuerst zu sehen. Sie könnten auch bis nach Schottland vorstossen. Dank seiner charakteristischen Flecken sei der Distelfalter mit anderen Schmetterlingen nicht zu verwechseln.

(SDA)

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