Erdogan will Trump in Rüstungsstreit umstimmen

Der türkische Präsident will drohende Sanktionen der USA wegen eines umstrittenen Rüstungsgeschäfts mit Russland abwenden.

Das Geschäft sei in trockenen Tüchern: Die Türkei will von Russland das Boden-Luft-Raketensystem S-400 kaufen. (Foto: Keystone)

Das Geschäft sei in trockenen Tüchern: Die Türkei will von Russland das Boden-Luft-Raketensystem S-400 kaufen. (Foto: Keystone)

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will drohende Sanktionen der USA wegen eines umstrittenen Rüstungsgeschäfts mit Russland abwenden. Er werde US-Präsident Donald Trump vor dem G-20-Gipfel Ende Juni seine Argumente in einem Telefonat darlegen, kündigte Erdogan am Mittwoch in einer im Fernsehen übertragenen Rede an. Am Rande des Treffens der 20 grössten Industrie- und Schwellenländer in Japan ist ein Treffen der beiden Staatschefs geplant.

Er wolle das Thema mit Trump besprechen und zur «Ausgangssituation» zurückkehren, sagte Erdogan. Die USA hatten dem Nato-Partner Türkei eine Frist bis Ende Juli gesetzt, um auf den Kauf russischer S-400-Flugabwehrraketen zu verzichten. Das US-Verteidigungsministerium drohte unter anderem damit, die Türkei dauerhaft von der gemeinsamen Produktion der F-35-Kampfjets auszuschliessen.

Verzicht auf russische Raketen sei keine Option

Erdogan betonte, die Türkei wolle nicht nur 100 Kampfjets kaufen, sondern sei auch «ein Programmpartner». Die türkische Rüstungsindustrie habe 1,25 Milliarden Dollar in das Projekt investiert.

Der türkische Präsident bekräftigte zugleich, dass ein Verzicht auf den Kauf der russischen S-400-Raketen für ihn keine Option sei. Das Geschäft sei in trockenen Tüchern. Die Flugabwehrraketen würden voraussichtlich im Juli geliefert, sagte Erdogan.

Das Rüstungsgeschäft zwischen Ankara und Moskau führt seit längerem zu Spannungen zwischen der Türkei und der Nato. Die USA und andere Nato-Mitgliedstaaten befürchten, Russland könnte über das S-400-System Informationen zu Nato-Flugzeugen erlangen. Washington pocht darauf, dass Ankara statt der S-400-Raketen das US-Patriot-System erwirbt. Erdogan wies diese Forderung mit dem Argument zurück, Moskau habe ein besseres Angebot unterbreitet. (AFP)

Erstellt: 13.06.2019, 00:05 Uhr

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