Zum Hauptinhalt springen

Anthrax-Erreger aus US-Beständen auch nach Australien geschickt

Der Skandal um den laxen Umgang der US-Armee mit dem tödlichen Milzbrand-Erreger Anthrax weitet sich aus. Mehrere Proben einer Charge mit lebenden Bakterien aus dem Jahr 2008 sind unter anderem nach Australien gelangt.

Es liefen Ermittlungen zum genauen Versanddatum und dem Bestimmungsort der Lieferungen, sagte ein US-Regierungsvertreter am Freitag. "Wir bemühen uns darum herauszufinden, wohin die Proben geschickt wurden", sagte der US-Beamte. Australiens Aussenministerin Julie Bishop erklärte, ihr Land unterstütze die Untersuchungen. "Ich bin froh, dass sie stattfinden." Nach Angaben des Pentagon war im März vergangenen Jahres in einem Labor der Militäranlage Dugway Proving Ground im US-Bundesstaat Utah eine Anthrax-Probe bestrahlt worden, um die Erreger vollends abzutöten. Die Probe wurde in neun Teile aufgeteilt und in den folgenden Monaten zu wissenschaftlichen Zwecken an andere Einrichtungen verschickt, die die Proben weiter aufteilten und an private Labore verschickten. Ein privates Labor im US-Bundesstaat Maryland alarmierte in der vergangenen Woche die Behörden, da aus einer dort eingegangen Probe lebende Anthrax-Bakterien gezüchtet werden konnten. Labormitarbeiter vorsorglich behandelt Am Donnerstag räumte das US-Verteidigungsministerium ein, dass Anthrax-Proben an insgesamt 18 Labore in mehreren US-Bundesstaaten geschickt worden seien. Eine Lieferung ging an den US-Luftwaffenstützpunkt im südkoreanischen Osan. Dort kamen bis zu 22 Menschen mit der Anthrax-Probe in Kontakt. In den USA wurden vier Labormitarbeiter vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Ein Risiko für die breite Öffentlichkeit besteht nach Angaben des Pentagons nicht. Es gebe auch keine Verdachtsfälle oder bestätigte Fälle von Anthrax-Infektionen. Vergangenes Jahr waren staatliche Einrichtungen in den USA immer wieder wegen eines schlampigen Umgangs mit gefährlichen Substanzen in die Kritik geraten. Die Gesundheitsbehörde CDC schloss zwei ihrer Labore, eines davon wegen unsachgemässen Umgangs mit Anthrax. Ermittler des Landwirtschaftsministeriums entdeckten vergangenes Jahr, dass Anthrax-Proben in nicht verschlossenen Kühlschränken in einem frei zugänglichen Flur gelagert wurden. Ausserdem wurde gefährliches Material in Plastikbeuteln transportiert, die ganz einfach zu öffnen waren.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch