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Anschnallverhalten als Sicherheitsproblem in Bussen

Nach dem schweren Busunglück auf Madeira mit 29 Toten meldet sich ein deutscher Unfallexperte zu Wort.

Busunglück auf Madeira: 29 Menschen verloren ihr Leben. (Video: AFP/Twitter/6W)

Der Unfallforscher Siegfried Brockmann sieht das Anschnallverhalten von Fahrgästen als grösstes Sicherheitsproblem in Bussen. «Leider nutzen viel zu wenige Passagiere den Gurt», erklärte der 60-jährige Leiter der Unfallforschung der Versicherer am Donnerstag nach dem schweren Unglück mit 29 Todesopfern auf der portugiesischen Insel Madeira. Die Fahrgastzelle sei hingegen in den meisten Fällen sicher, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mit.

Der Busfahrer könne während der Fahrt nicht kontrollieren, ob seine Fahrgäste angeschnallt seien, erklärte Brockmann. Gurte seien aber überlebenswichtig – nicht nur beim Frontalaufprall, sondern auch beim Überschlag. «Viele schwere Verletzungen kommen daher, dass die Passagiere durch den Innenraum geschleudert werden», erklärte Brockmann.

Bilder: Touristenbus überschlägt sich auf Madeira

Der Car stürzte eine Böschung hinunter auf ein Haus. (17. April 2019)
Der Car stürzte eine Böschung hinunter auf ein Haus. (17. April 2019)
Hohem Gouveia, Keystone
Dessen einziger Bewohner war laut portugiesischen Medien nicht zuhause.
Dessen einziger Bewohner war laut portugiesischen Medien nicht zuhause.
Hohem Gouveia, Keystone
Im Bus sollen sich rund 50 Personen befunden haben. Mindestens 20 Menschen sind verletzt worden.
Im Bus sollen sich rund 50 Personen befunden haben. Mindestens 20 Menschen sind verletzt worden.
TVI via AP, Keystone
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Bei einem einfachen Überschlag sei der Fahrgastraum in der Regel stabil, erklärten die Versicherer. Im konkreten Fall sei aber ein Hausdach in den Innenraum eingedrungen. Zudem sei der Bus tief gestürzt. Busse auf solche Extremszenarien auszurichten, sei nicht möglich. «Das wären dann Panzer», erklärte Brockmann.

Die meisten Opfer buchten bei Frankfurter Firma

Bei dem Busunglück auf der Ferieninsel Madeira kamen 29 Menschen ums Leben, 27 weitere wurden verletzt. Die meisten Opfer waren deutsche Touristen und hatten ihre Reise beim hessischen Unternehmen Trendtours Touristik in Frankfurt am Main gebucht. Der Reiseveranstalter sei «zutiefst erschüttert» über den Unfall und spreche allen Opfern und Angehörigen sein Beileid aus. «Wir werden den Betroffenen im Rahmen des uns Möglichen jede Unterstützung in diesen schweren Stunden leisten», kündigte das Unternehmen an. Trendtours Touristik gehört nach eigenen Angaben zu den führenden deutschen Direktreiseveranstaltern.

Der Fahrer verlor offenbar in einer engen Kurve die Kontrolle über den mit mehr als 50 Passagieren besetzten Reisebus, der daraufhin eine Böschung hinabstürzte und in ein Haus krachte.

(AFP)

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