Thailands Prinzessin setzt Wahlkampf aus

Die Kandidatur seiner Schwester als Premierministerin sei «unangemessen und verfassungswidrig», kritisiert König Maha Vajiralongkorn.

Wollte als «gemeine Bürgerin» antreten: Prinzessin Ubolratanas Bewerbungsformular für den Posten als Premierministerin Thailands. (8. Februar 2019)

Wollte als «gemeine Bürgerin» antreten: Prinzessin Ubolratanas Bewerbungsformular für den Posten als Premierministerin Thailands. (8. Februar 2019) Bild: Athit Perawongmetha/Reuters

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In Thailand steht die Schwester des Königs mit der Kandidatur für das Amt der Premierministerin vor dem Aus. Nach einem Machtwort des Königs kündigte die Partei, die die 67-Jährige Prinzessin unterstützt, eine Pause vom Wahlkampf an, um die neue Lage zu analysieren.

Prinzessin Ubolratana bedankte sich bei ihren Anhängern für die bisherige Unterstützung. Beobachter werteten dies bereits als Zeichen für eine Verzicht auf die Kandidatur. König Maha Vajiralongkorn hatte die Kandidatur als «unangemessen und verfassungswidrig» kritisiert. Ein hochrangiges Mitglied der königlichen Familie in die Politik zu bringen, sei «gegen die königlichen Traditionen und die Kultur der Nation», hiess es in einer Erklärung. Die Monarchie stehe über der Politik.

Die Prinzessin hatte am Freitag überraschend angekündigt, sich bei der Parlamentswahl am 24. März als Premierministerin zu bewerben. Damit stellte sie sich gegen Thailands Generäle, die seit einem Militärputsch 2014 an der Macht sind. Thailand hatte seit der Einführung der konstitutionellen Monarchie im Jahr 1932 keinen Premierminister, der dem Königshaus entstammt.

Von der Prinzessin zur «gemeinen Bürgerin»

Die 67-Jährige wollte als «gemeine Bürgerin» antreten, wie sie im Internetdienst Instagram schrieb. Die ältere Schwester des heutigen Königs hatte vor Jahrzehnten einen US-Bürger geheiratet und auf ihre königlichen Titel verzichtet. Nach ihrer Scheidung kehrte sie in ihre Heimat zurück. Die schillernde Prinzessin ist in Filmen aufgetreten, singt, ist in den sozialen Netzwerken aktiv und Modeliebhaberin.

Die Wahl zum neuen Parlament ist nach wiederholter Verschiebung nun am 24. März geplant. Für das 68-Millionen-Einwohner-Land wäre dies ein wichtiger Schritt zurück in Richtung Demokratie. Verlässliche Umfragen gibt es bislang nicht. (ij/sda)

Erstellt: 09.02.2019, 09:40 Uhr

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