Saudiarabien meldet Drohnenangriff auf Öl-Anlage

Schiitische Rebellen reklamieren die Attacke für sich. Die jüngsten Ereignisse fallen in eine Phase grosser Spannungen zwischen USA und Iran.

Ein Mitarbeiter des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco überprüft eine Pipeline. (1. Oktober 2018)

Ein Mitarbeiter des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco überprüft eine Pipeline. (1. Oktober 2018) Bild: Bloomberg/AFP

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Ein neuer Vorfall hat nach Sabotageakten gegen Öltanker die Spannungen am Persischen Golf weiter verschärft. Saudi-Arabiens Energieminister Khalid al-Falih teilte am Dienstag mit, zwei Pumpstationen einer Pipeline in der Nähe von Riad seien von bewaffneten Drohnen angegriffen und beschädigt worden. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco habe den Betrieb der Leitung vorsorglich unterbrechen müssen, um die Schäden zu begutachten.

Wie im Fall der angegriffenen Tanker gab es keine offizielle Schuldzuweisung. Die Ereignisse fallen allerdings in eine Phase grosser Spannungen zwischen den USA und Iran. Die Huthi-Miliz in Jemen, die von Iran unterstützt wird, erklärte, sie habe mit Drohnen Angriffe auf strategische wirtschaftliche Ziele in Saudiarabien gestartet und bezeichnete dies als Vergeltung für Riads Angriffe auf das Land. Nach Ansicht unabhängiger Experten werden die Huthis nicht von Iran kontrolliert. Die USA haben aber deutlich gemacht, dass sie Handlungen der Gruppe Iran zurechnen würden.

Die Pipeline verbindet die Ölfördergebiete in der Ostprovinz Saudi-Arabiens mit dem Hafen Yanbu am Roten Meer. Über sie könnte das Königreich täglich bis zu fünf Millionen Barrel Öl für den Export pumpen, sollte Iran im Zuge einer militärischen Auseinandersetzung die Strasse von Hormus blockieren, die Meerenge am Eingang zum Persischen Golf. Durch sie werden täglich 17,2 Millionen Barrel Öl verschifft.

Darin liegt eine Parallele zu den Attacken auf die Öltanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Ölhafen von Fudschaira, gelegen am Golf von Oman, ist ebenfalls Endpunkt einer Pipeline, die es den Emiraten ermöglichen würde, auch bei einer Blockade des Golfs weiter Öl zu exportieren. Laut Falih waren zwei saudische Tanker erheblich beschädigt worden. Ein unter norwegischer Flagge fahrender Tanker trug ein Loch auf Höhe der Wasserlinie am Heck davon, wie Fotos belegen. Bilder von den Schäden der saudischen Tanker wurden zunächst nicht publiziert.

USA vermuten Iran hinter Angriffen auf Tanker

Laut dem Wall Street Journal vermutet die US-Regierung nach einer ersten vorläufigen Einschätzung Iran hinter den Angriffen auf die Tanker. Belege dafür wurden nicht veröffentlicht. Regierungsmitarbeiter hatten zuvor gesagt, es wäre angesichts des Eskalationspotenzials «sehr ungeschickt», sollte Iran in die Attacken involviert sein. Das US-Militär hatte am Montag Experten nach Fudschaira geschickt. Sie sollen die beschädigten Schiffe inspizieren und helfen festzustellen, wer für die Angriffe verantwortlich ist.

Der US-Botschafter in Riad, John Abizaid, sagte, die Sabotageakte gegen die Tanker müssten genau untersucht werden und «vernünftige Antworten» darauf gegeben werden, die aber keine Kriegshandlungen sein sollten. Ein Konflikt sei weder im Interesse Irans noch der USA oder Saudi-Arabiens. Das Weisse Haus liess sich indes vom Pentagon aktualisierte Pläne für eventuelle Militärschläge vorlegen. Demnach könnten bis zu 120'000 US-Soldaten in die Region entsandt werden. Eine Invasion in Iran wie 2003 im Irak sei aber ausgeschlossen.

Erstellt: 14.05.2019, 17:22 Uhr

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