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65 Tote bei Anschlägen in Tunesien, Kuwait und Frankreich

Innerhalb weniger Stunden sterben bei drei Anschlägen in drei Ländern mindestens 65 Menschen. Überall gibt es Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund.

Terror im Strandhotel: Spuren des Anschlags im Hotel "Imperial Marhaba" in Sousse.
Terror im Strandhotel: Spuren des Anschlags im Hotel "Imperial Marhaba" in Sousse.
Keystone

Allein im Badeort Sousse an der tunesischen Mittelmeerküste, wo bewaffnete Männer ein Ferienhotel überfielen, gab es mindestens 38 Tote. Darunter sind nach Angaben der örtlichen Behörden Deutsche, Briten und Belgier. Das Eidgenössische Departemente für auswärtige Angelegenheiten (EDA) klärt weiter ab, ob sich auch Schweizer unter den Opfern befinden.

Tunesiens Regierungschef Habib Essid kündigte als Reaktion auf die Anschläge die Schliessung von bis zu 80 Moscheen an. "Es gibt weiterhin Moscheen, die ihre Propaganda und ihr Gift zum Terrorismus verbreiten", sagte Essid. Diese Moscheen sollten schon innerhalb der nächsten Tage geschlossen werden.

Bei einem Selbstmordanschlag auf die schiitische Imam-Sadik-Moschee im Osten der Hauptstadt Kuwait-Stadt kamen während des Freitagsgebets mindestens 27 Gläubige ums Leben. Weitere 222 Menschen wurden verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich in sozialen Medien zu den Anschlägen in Tunesien und Kuwait.

Chef von französischer Firma enthauptet

In Frankreich wurde nach einem Überfall auf eine Industriegasefabrik bei Lyon die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt, des Chefs des Unternehmens. Sein Kopf, an dem arabische Schriftzeichen waren, steckte auf einem Zaun, neben ihm hingen zwei schwarze Islamistenflaggen.

Ein 35-Jähriger mit Kontakten zur radikal-islamistischen Szene wurde festgenommen. Zuvor hatte dieser mit seinem Fahrzeug auf dem Gelände abgestellte Gasflaschen gerammt und so eine Explosion ausgelöst.

Ob die Anschläge in Zusammenhang stehen, war unklar. Überall gab es aber Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund.

Am Dienstag nächster Woche jährt sich zum ersten Mal, dass der IS das Kalifat ausgerufen hat. Die Gruppe forderte dazu auf, während des laufenden Fastenmonats Ramadan Attentate auf "Feinde" des Islams zu verüben.

Bundespräsidentin Sommaruga verurteilt Anschläge

Die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga verurteilte die Anschläge in Frankreich, Tunesien und Kuwait aufs Schärfste. "Im Namen der Schweizer Bevölkerung und der Landesregierung spreche ich den Familien der Opfer und den betroffenen Staaten mein Beileid aus", heisst es in der Erklärung, welche das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement publik machte.

"Wir müssen gegen Intoleranz, Extremismus und Terrorismus ankämpfen, und wir dürfen uns von solchen Taten nicht einschüchtern lassen", betonte Sommaruga.

(SDA)

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