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22 Tote und 59 Verletzte bei Terroranschlag

Bei einem Terroranschlag auf einem Popkonzert in Manchester wurden 22 Menschen getötet und 59 weitere verletzt. Ein 23-Jähriger wurde festgenommen.

Nach der Explosion ist die Polizei mit einem Grossaufgebot vor Ort.
Nach der Explosion ist die Polizei mit einem Grossaufgebot vor Ort.
Keystone

Bei dem Selbstmordanschlag eines Mannes am späten Montagabend bei einem Popkonzert im nordenglischen Manchester wurden mindestens 22 Menschen getötet. 59 weitere wurden bei der Explosion am Ende eines Konzerts des Teenie-Idols Ariana Grande verletzt.

«Es gibt jetzt keinen Zweifel daran, dass die Bevölkerung Manchesters und dieses Landes Opfer eines eiskalten terroristischen Angriffs geworden ist», sagte die britische Premierministerin Theresa May am Dienstag in London vor ihrem Dienstsitz Downing Street No. 10 nach einer Krisensitzung ihres Sicherheitskabinetts.

May sagte, die Polizei kenne wahrscheinlich die Identität des Täters, wolle aber noch keine Details nennen. Zudem werde noch ermittelt, ob er ganz allein handelte oder als Teil eines Netzwerks. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte der Mann einen selbstgebastelten Sprengsatz gezündet. Er starb demnach bei der Explosion.

In der betroffenen Manchester Arena, einer Multifunktionshalle, hatte die US-Schauspielerin und Sängerin ein Konzert gegeben. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Song gegen 22.30 Uhr Ortszeit. Rund um die Arena zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt.

23-Jähriger festgenommen

Im Zuge der Ermittlungen zum Anschlag nahm die britische Polizei einen 23-Jährigen fest Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurde der junge Mann in einem südlichen Viertel von Manchester in Gewahrsam genommen.

Eine weitere Festnahme im Einkaufszentrum Arndale habe mutmasslich nichts mit dem Anschlag vom Montagabend zu tun, schrieben die Ermittler auf Twitter.

Mit «kalter Berechnung»

Regierungschefin May sprach von einem Angriff, der mit «kalter Berechnung» auf die jüngsten Menschen des Landes gezielt habe. Dieser sei besonders widerwärtig und feige, da er auf viele unschuldige, wehrlose Kinder und Jugendliche abgezielt habe. May bekräftigte, «unsere Werte, unser Lebensstil werden immer gewinnen». Die Ideologie, die zu solcher Gewalt führe, müsse bekämpft werden. Sie sage den Tätern und Terroristen, dass sie nicht gewinnen werden, betonte die Regierungschefin weiter und warnte zugleich: «Wir haben immer noch eine hohe Bedrohungslage.» Angriffe seien weiter sehr wahrscheinlich.

Eyewitness accounts reveal horror of Manchester Arena explosion following Ariana Grande concerthttps://t.co/kT7I7EUmwBpic.twitter.com/UNIXtx4EYn— BBC Breaking News (@BBCBreaking) 23. Mai 2017

Augenzeugen berichten. BBC News via Twitter

May sagte, vor Grossbritannien lägen nun schwierige Tage. Das ganze Land halte zu den Menschen in Manchester und gedenke der Toten und Verletzten. Sie kündigte für den Nachmittag eine weitere Krisensitzung ihres Kabinetts mit Sicherheitsberatern an. Viele der 59 Verletzten in Manchester sind May zufolge schwer verletzt und schweben teils noch in Lebensgefahr, darunter Kinder und Jugendliche. Alle Behörden erhielten Unterstützung, um Licht ins Dunkel bringen zu können.

Anfang Juni wird in Grossbritannien ein neues Parlament gewählt. Der Wahlkampf ist inzwischen unterbrochen worden. Das Attentat ist der schwerste Terroranschlag in Grossbritannien seit den Anschlägen in London im Jahr 2005.

Überall Panik

Andere Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle, wie Augenzeugen in britischen Medien berichteten. Das Konzert der angesagten Sängerin hatten besonders viele Kinder und Jugendliche besucht. Anwohner boten den Betroffenen Unterschlupf an.

Ein Augenzeuge berichtet gegenüber BBC News. BBC via youtube.

«Zuerst dachten wir, dass einer der riesigen Gasballons auf dem Konzert geplatzt sei. Aber als wir draussen waren, sahen wir, dass es etwas Ernsteres gewesen sein muss», zitierte der britische Nachrichtensender Sky News eine Besucherin.

Eine Konzertbesucherin berichtete der BBC, sie sei von Polizisten aufgefordert worden wegzurennen, nachdem sie die Halle verlassen habe. Per Alarmaufruf sei das Publikum aufgefordert worden, Ruhe zu bewahren, aber so schnell wie möglich hinauszukommen.

Mitgefühl aus aller Welt

Dass unter den Opfern des Anschlags in Manchester auch Kinder und Jugendliche sind, sorgt weltweit für besondere Bestürzung und Entsetzen. Aus aller Welt laufen Bekundungen des Mitgefühls nach Grossbritannien ein.

Beileids- und Solidaritätsbekundungen kamen unter anderen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, von US-Präsident Donald Trump, der Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard und dem Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter.

Ihr Entsetzen und Mitgefühl äusserten auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Kanadas Premierminister Justin Trudeau, Australiens Regierungschef Malcolm Turnbull, Russlands Präsident Wladimir Putin, der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

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