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Nobelhotels unter QuarantäneAus diesen zwei Hotels in St. Moritz darf niemand mehr raus

Der Kanton Graubünden stellt die beiden 5-Sterne-Häuser Kempinski und Badrutt’s Palace unter Quarantäne. Die südafrikanische Variante des mutierten Coronavirus wurde dort festgestellt.

Das mutierte Virus wurde hier nachgewiesen: Badrutt’s Palace in St. Moritz.
Das mutierte Virus wurde hier nachgewiesen: Badrutt’s Palace in St. Moritz.
Foto: Mayk Wendt

Seit Sonntagabend herrscht in St. Moritz Aufregung. Mutierte Coronaviren wurden im Bündner Skiort nachgewiesen und zwei Hotels unter Quarantäne gesetzt. Jetzt ist auch klar, um welche es sich handelt: Kempinski und das legendäre Badrutt’s Palace. Beide 5-Sterne-Häuser haben dies nun auf Anfrage gegenüber dieser Zeitung bestätigt (zum Interview mit der Badrutt’s-Sprecherin).

Gäste, die in den beiden Hotels logieren, dürfen nun nicht mehr raus. Auch darf niemand mehr von ausserhalb des Hotels rein. Wer am Montag abreisen wollte, muss nun seinen Aufenthalt verlängern – oder einen negativen Covidtest vorweisen. Laut der Hotelleitung des Palace dürfen Gäste mit einer solchen Bescheinigung das Haus verlassen.

Das Grand Hotel des Bains Kempinski lässt mitteilen, dass die lokalen Gesundheitsbehörden erste bestätigte Fälle des mutierten Coronavirus unter den Mitarbeitern festgestellt hat. Auch diese befinden sich in Quarantäne. Das Hotel schreibt, dass an zwei Tagen 180 Mitarbeiter durch das Mobile Testcenter Graubünden in einem Ballsaal des Hotels getestet wurden. Alle 180 Tests waren negativ. Insgesamt hat das Hotel seit Beginn der Wintersaison etwa 300 Tests von Mitarbeitern veranlasst.

Gäste dürfen sich frei im Hotel bewegen. Restaurants, Wellness und Eisbahn sind für sie offen.

Leitung Badrutt’s Palace über die Quarantäne im Hotel

Die Hotelleitung des Palace sagt auf Anfrage, dass derzeit 29 Gäste aus der Schweiz - aber auch internationale Gäste aus Europa eingecheckt seien . Die Gäste dürften sich frei im Hotel bewegen. Restaurants im Hotel sowie das Palace Wellness sind geöffnet und Schlittschuhlaufen auf der Eisbahn sei ebenfalls möglich.

In beiden Hotels, die unter Quarantäne gestellt worden sind, ordnete das Gesundheitsamt Massentests an, wie die Staatskanzlei Graubünden am Montagmorgen bekannt gab. Darüber hinaus werden in St. Moritz die Schulen sowie die Skischulen bis auf weiteres geschlossen. Auf dem gesamten Gemeindegebiet besteht neu eine Maskentragpflicht.

Die südafrikanische Variante

Das Bündner Gesundheitsamt ist laut eigenen Angaben besorgt. Die Virusmutation sei deutlich ansteckender als jene Variante, die bisher weltweit vorgeherrscht habe. Die im Oberengadin festgestellte Mutation ist die südafrikanische Variante, wie die Kommunikationsstelle Coronavirus des Kantons auf Anfrage bekannt gab.
Das Gesundheitsamt empfiehlt den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Gästen dringend, auf alle nicht notwendigen Kontakte mit anderen Personen zu verzichten. Die Abstands- und Hygieneregeln seien konsequent einzuhalten.

Das gehäufte Auftreten des mutierten Virus wurde am Sonntagabend in St. Moritz festgestellt. Die Behörden schreiben von rund einem Dutzend Fälle. Die Flächentests für die Bevölkerung der Gemeinde St. Moritz werden am Dienstag durchgeführt.

Dank der aktiven Teststrategie und der Erfahrungen aus den Pilottests vom letzten Dezember sei es dem Gesundheitsamt möglich, rasch gezielte Massnahmen gegen die Ausbreitung des mutierten Virus in St. Moritz umzusetzen, hiess es weiter.

Viele Tests in beiden Hotels

Das Kempinsky schrieb auf Anfrage, das Hotel befolge strikte die Anweisungen der örtlichen Gesundheitsbehörden und die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zuletzt hatte das Kempinski gemäss eigenen Angaben in der ersten Januarwoche einen Massentest bei den Mitarbeitenden durchgeführt. An zwei Tagen seien 180 Personen durch das mobile Testcenter Graubünden in einem Ballsaal des Hotels getestet worden. Alle 180 Tests seien negativ ausgefallen. Insgesamt habe das Hotel seit Beginn der Wintersaison rund 300 Tests von Mitarbeitern veranlasst.

Das Badrutt’s Palace liess auf Anfrage verlauten, dass seit Mitte Dezember über 1500 Tests in Zusammenarbeit mit der Poly Clinic St.Moritz und dem Gesundheitsamt Graubünden durchgeführt worden seien. «Zudem verlangen wir als einziger uns bekannter Betrieb in St.Moritz von den Gästen bei Ankunft im Hotel und vor dem Check-in den Nachweis eines negativen Covid-Tests», schrieb das Hotel weiter. Alle bisher gemachten Tests würden nun auch auf die mutierte Variante des Virus untersucht.

Mit Material der Agentur SDA

170 Kommentare
    Nick Schaefer

    Sofortige Sperrung der Skigebiete und der gesamten Hotellerie.

    Ausnahmen nur noch für 1% der Kapazität für medizinische Spezialkräfte