FC Winterthur

Auf dem Weg zum «Turnaround»

Mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen hat der FCW den Weg vom Tabellenende ins Mittelfeld der Challenge League unter die Füsse genommen. Ein weiterer Sieg, heute gegen den FC Aarau, hätte schon sehr viel Beruhigendes an sich.

Karim Gazzetta (rechts, gegen Wils Sandro Lombardi) hat einiges zur Wende zum Guten für den FCW beigetragen.

Karim Gazzetta (rechts, gegen Wils Sandro Lombardi) hat einiges zur Wende zum Guten für den FCW beigetragen. Bild: Madeleine Schoder

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Es ist erst drei Wochen her, als der FCW nach Aarau reiste und die Lage diese war: Er war Letzter, unter dem neuen Trainerduo Umberto Romano/Dario Zuffi waren im Cup gegen die nationalen Grössen aus Bern und Basel zwar aufsehenerregende Leistungen geboten worden, in der Meisterschaft aber wirkten fünf Punkte aus sechs Spielen wie ein zäher Start, vor allem die drei Niederlagen nach einem Sieg gegen den FC Wohlen zum Debüt der beiden Neuen auf der Bank.Da waren die Sorgen der Aargauer vergleichbar sehr gering, obwohl sie drei ihrer vier letzten Spiele verloren und ihr letztes Ziel, Platz 3, aus den Augen verloren hatten. Aber die Frage, die vor allem die lokale Presse monatelang beschäftigt hatte, war endlich, endlich beantwortet: Trainer Marco Schällibaum erhielt einen neuen Vertrag. Also war doch klar, dass nun Ruhe einkehren würde.

Aber dann gewann der FCW im Brügglifeld als eindeutig bessere Mannschaft 3:2. Es war die erste klare Bestätigung der guten Cup­leistungen. Es folgten ein 4:1 im Abstiegskampf gegen den FC Le Mont, ein 3:2 gar in Genf gegen Servette, die beste Mannschaft der Rückrunde. Aus der Ferne stellte der Aarauer Sportchef Raimondo Ponte fest: «Winterthur hat den Turnaround geschafft.»

Aarauer Aufgeregtheiten

Sein FC Aarau aber wurde mittlerweile auch in Zürich und, besonders schmerzhaft, im Derby vom FC Wohlen geschlagen. Er hat nun sechs der sieben letzten Spiele verloren, zuletzt fünf in Folge und jedes der letzten vier mit drei Gegentoren. Also ist die Trainerdiskussion, neuer Vertrag hin oder her, wieder voll ins Laufen gekommen. Und diese zumal mediale Aufgeregtheit würden sie, weiss auch Ponte, nicht los, solange die Resultate sich nicht änderten.

So kommt der FC Aarau heute nicht mal mehr als Tabellenvierter auf die Schützenwiese, sondern überholt vom FC Schaffhausen. Eine nächste Niederlage – und er stünde noch ein Pünktchen vor dem FCW, auf den er vor drei Wochen noch 13 Längen Reserve hatte. Also, sagt auch Ponte, wären sie in Aarau schon zufrieden, «wenigstens wieder mal einen Punkt zu gewinnen».

Die Sicht der Winterthurer ist diese: Ein weiterer Sieg wäre auf dem Weg zum Klassenerhalt schon ein sehr beträchtliches Stück, zumal der Tabellenletzte aus Wil seit gestern nicht mehr «nur» vier, sondern sieben Punkte zurückliegt. Die Winterthurer Idealvorstellung wäre: ein Heimsieg gegen Aarau kombiniert mit einer Niederlage der Wiler im «Sechspunktespiel» gegen Le Mont in Baulmes – und zwischen dem FCW und dem Letzten lägen zehn Punkte. Das wäre dann sechs Runden vor Schluss eine ziemlich beruhigende Reserve.

Die guten Leistungen der letzten Wochen fortsetzen – das ist das Ziel der Winterthurer. Die Vorstellungen waren gut, es war endlich wieder eine klare Handschrift und entsprechende Konstanz zu erkennen. Aber es waren keine Sonderleistungen, sondern welche, die bei gebotener Konzentration und Einstellung zu werten sind als Standard, wie er dieser Mannschaft zugemutet werden darf. Wichtig wäre ja auch, wieder die Spielfreude der letzten Wochen zu zeigen – wie dem eigenen Publikum zuletzt beim 4:1 gegen Le Mont.

«Es ist etwas gewachsen»

Das Abschlusstraining begann gestern, ungewöhnlich für den letzten Freitag im April, mit Schneeschieben auf dem Kunstrasen – angeführt vom Trainerduo. Zugegen waren allerdings nur 14 Feldspieler und die zwei Torhüter. Das erlaubt Romano zwar, mit derselben Elf zu beginnen wie in den letzten beiden Spielen. Und es steht auch für jede Reihe ein valabler Ersatz bereit, Julian Roth für die Abwehr, Tiziano Lanza fürs defensive Mittelfeld, Romain Dessarzin für die Flanken und Luka Sliskovic für den Angriff. Aber es fehlen doch einige, die man sich auch in der ersten Wahl vorstellen könnte: Den Captain Patrik Schuler schmerzt wieder ein Fuss; den ­Vizecaptain Michel Avanzini die Leiste; Stürmer Manuel Sutter heilt seine Knieverletzung aus. Nicht dabei waren gestern auch die kranken Jordi Nsiala und Arxhend Cani und der am Knie verletzte Rafhinha.

«Es ist etwas gewachsen», sagt Romano, «die Mannschaft ist jetzt auch fähig, dagegenzuhalten.» Das kann dann selbst zu ­Siegen nach zweimaligem Rückstand wie in Genf führen. Mit dieser Einstellung auf diesem soliden Weg weiterfahren – das wollen die Winterthurer heute. Dann könnte man ihnen die Qualifikation «Turnaround» guten Gewissens erteilen.

Erstellt: 28.04.2017, 23:18 Uhr

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