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Wirtschaftliche Folgen in LateinamerikaArmes neues Jahr

In Brasilien endete mit dem 31. Dezember auch das wohl grösste Nothilfe­programm in der Geschichte des Landes. Mitten in der Pandemie senkte es die Armut. Nun stehen Millionen Menschen erneut vor dem Nichts.

Beten für bessere Zeiten: Eine Frau, die in der Corona-Pandemie ihren Job als Haushälterin verloren hat, bittet am Strand von Rio de Janeiro die Seegöttin Yemanja um Beistand (31. Dezember 2020).
Beten für bessere Zeiten: Eine Frau, die in der Corona-Pandemie ihren Job als Haushälterin verloren hat, bittet am Strand von Rio de Janeiro die Seegöttin Yemanja um Beistand (31. Dezember 2020).
Foto: Bruna Prado (AP, Keystone)

2020 war kein leichtes Jahr für die Welt – und erst recht nicht für Brasilien. Dennoch erfüllt viele Menschen in Südamerikas grösster Nation mit noch mehr Sorge, was 2021 auf sie zukommen könnte. Abermals steigen die Corona-Infektionen, und gleichzeitig versinkt eine nationale Impfkampagne schon jetzt in politischen Grabenkämpfen. Vor allem aber endete mit dem 31. Dezember nicht nur ein fatales Jahr, sondern auch der Auxilio Emergencial, eines der grössten Sozialprogramme, die es in der Geschichte Brasiliens jemals gegeben hat.

Seit April 2020 konnten bedürftige Brasilianer 600 Real pro Monat über die Nothilfe im Rahmen der Pandemiebekämpfung beziehen, umgerechnet etwa 108 Franken. Alleinerziehende Mütter bekamen das Doppelte. Viel Geld war das immer noch nicht, doch es reichte zum Leben und vor allem zum Überleben. Schon vor der Pandemie war die Armut gross in Brasilien, rund die Hälfte der Arbeitnehmer hat keinen Vertrag und keine soziale Absicherung. Millionen verdienen ihr Geld schwarz als Putzhilfe, auf dem Bau oder mit dem Verkauf von Getränken oder Süssigkeiten am Strand, in Bussen oder auf der Strasse.

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