Winterthur

Anklage gegen Winterthurer Konvertitin wegen IS-Verdacht

Sie soll mit ihrem vierjährigen Sohn auf dem Weg zum IS gewesen sein, dann wurde sie verhaftet. Nun hat die Bundesanwaltschaft gegen die 30-jährige Winterthurerin Anklage erhoben.

Wollte die 30-Jährige tatsächlich nach Syrien? Bild aus der syrischen Stadt Raqqa aus dem Jahr 2015, damals noch IS-Gebiet.

Wollte die 30-Jährige tatsächlich nach Syrien? Bild aus der syrischen Stadt Raqqa aus dem Jahr 2015, damals noch IS-Gebiet. Bild: Keystone

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Die Bundesanwaltschaft hat gegen eine mutmassliche Dschihadreisende aus Winterthur beim Bundesstrafgericht Anklage erhoben. Die Frau, eine in Töss aufgewachsene 30-jährige Konvertitin, soll gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaida» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen verstossen zu haben.

Die Winterthurerin ist 2010 nach Ägypten ausgewandert um einen Geschäftsmann aus Kairo zu heiraten. Ende 2015 verliess sie ohne Wissen des Vaters zusammen mit dem vierjährigen Sohn Ägypten und wollte via Griechenland in die Türkei einreisen. Noch vor dem Grenzübertritt wurde sie jedoch von der Polizei verhaftet. Der Sohn wurde vom Vater abgeholt und nach Kairo zurückgebracht, die Frau kehrte schliesslich in die Schweiz zurück und wurde im Januar 2016 am Flughafen Zürich verhaftet.

Nach monatelangen Ermittlungen sieht es die Bundesanwaltschaft nun als erwiesen an, dass die Frau mit ihrem Sohn via Türkei nach Syrien gelangen wollte um sich dort der verbotenen terroristischen Organisation des Islamischen Staates anzuschliessen.

Vorbild: ein weiterer Winterthurer Fall

Internationale Medien hatten Anfang 2016 über den Fall berichtet. Ausgelöst wurde die Berichterstattung durch eine Vermisstenanzeige, welche der Vater des Jungen auf Facebook publiziert hatte.

Die Bundesanwaltschaft schreibt, man orientiere sich bei der Anklage an höchstrichterlicher Rechtsprechung und verweist auf ein Urteil vom Februar 2017. Damals hatte das Bundesgericht klargemacht: Wer sich dem IS anschliessen will, macht sich strafbar. Es verurteilte einen jungen Winterthurer zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Dieser war bereits im April 2015 am Flughafen Zürich vor seiner geplanten Reise nach Syrien festgenommen worden.

Erstellt: 24.08.2017, 10:41 Uhr

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