Hundegesetz

«Am Sonntag war Regensberg das kleine gallische Dorf des Kantons»

Regensberg hat sich als einzige Gemeinde für eine Änderung des Hundegesetzes ausgesprochen. Warum das klare Ja?

Die Zürcher Gemeinden stimmten am Sonntag klar gegen die Änderungen im Hundegesetz. Die Vorlage war mit nur 30,4 Prozent Ja-Stimmen chancenlos. 175 Gemeinden des Kantons waren derselben Meinung. Nur Regensberg tanzte aus der Reihe.

Die Zürcher Gemeinden stimmten am Sonntag klar gegen die Änderungen im Hundegesetz. Die Vorlage war mit nur 30,4 Prozent Ja-Stimmen chancenlos. 175 Gemeinden des Kantons waren derselben Meinung. Nur Regensberg tanzte aus der Reihe. Bild: Symbolbild/Keystone

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Die Bevölkerung des Kantons Zürich hat die Änderung des Hundegesetzes am Sonntag klar abgelehnt (30,4 Prozent Ja-Stimmen). Von den insgesamt 176 Gemeinden hat lediglich Regensberg der kantonalen Vorlage zugestimmt (71 Prozent Ja-Stimmen). Das machte sogar das Statistische Amt des Kantons Zürich stutzig. Wurden die Stimmen etwa falsch gezählt?: «Nein, es ist richtig so», bestätigt Gemeindeschreiberin Beatrix Pelican einen Tag nach der Abstimmung. «Wir sind eine kleine Gemeinde.

Dadurch kann ein Abstimmungsresultat relativ schnell in eine andere Richtung kippen», erklärt sie. Ein Blick in die Statistik bestätigt das. Regensberg war im Jahr 2017 die bevölkerungsärmste Gemeinde des Kantons. Pelican konkretisiert: «Zurzeit sind es 485 Einwohner, 331 davon sind stimmberechtigt.» Die Hälfte hat am Sonntag abgestimmt. Mit dem klaren «Ja» sprachen sich die Regensberger auch gegen die Prüfungspflicht für Halter grosser Hunde aus.

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Dreimal so viele Hunde wie in der Stadt Zürich

Zurzeit sind in Regensberg 21 Hunde angemeldet. Verglichen mit der Anzahl Haushalte sind das dreimal mehr als in der Stadt Zürich. In zehn Prozent der Regensberger Haushalte lebt ein Hund. So zum Beispiel die Schäfer/Border-Collie Hündin «Ajka». Ihr Frauchen Jasminka Huber hat am Sonntag «Nein» gestimmt. «Die Kurse bieten auch langjährigen Hundebesitzern immer wieder neue Erfahrungen. Zudem haben Kursleiter die Möglichkeit, auf problematische Tiere aufmerksam zu werden», begründet sie ihren Entscheid.

«In Regensberg gab es noch nie negative Vorkommnisse mit Hunden.»Gregory Turkwaka, Gemeindepräsident Regensberg

Weshalb viele Regensberger anders gestimmt haben, kann sich die freie Journalistin nicht erklären. Sie hat aber eine Vermutung: «Ich glaube viele Leute haben die Vorlage des Kantons falsch verstanden.» Die Formulierung ist tatsächlich etwas verwirrend. Denn mit einem «Ja» zur Änderung im Hundegesetz sprach man sich gleichzeitig gegen die obligatorischen Hundekurse aus. Gut möglich also, dass manche Stimmbürger glaubten, dass sie sich mit ihrer Ja-Stimme für die Kurspflicht aussprechen wollten.

Diesen Verdacht hat auch der Regensberger Gemeindepräsident Gregory Turkawka: «Ich kenne viele Leute, die ein wenig verwirrt waren, als sie die Abstimmungsunterlagen erhalten haben.» Das klare «Ja» der Regensberger könnte aber auch ein Anzeichen dafür sein, dass sich die Hunde dort gut benehmen. Turkawka sagt: «Wir haben sogar bei uns auf der Verwaltung einen Hund. Wir leben hier gerne mit den Tieren zusammen.» Es habe bisher auch nie negative Vorkommnisse mit Hunden gegeben. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.02.2019, 17:43 Uhr

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