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ErtapptAm falschen Ort gespart

Eine 24-Jährige parkierte regelmässig in Zollikon. Der Versuch, das Auto gratis abzustellen, ging wegen eines aufmerksamen Polizisten in die Hose.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Illustration: Olivier Samter

Parkieren ist eine mühsame Sache – den geeigneten Platz finden, Münz hervorkramen. Schön, dass die Gemeinden den Autofahrern das Ganze erleichtern, etwa Zollikon, wo Tageskarten unter anderem in Sechserblöcken gekauft werden können. Sechs Franken kosten diese pro Tag. Eine junge Autolenkerin nutzte solche während längerer Zeit. Als die Karte im Winter 2020 abgelaufen war, kaufte die Frau allerdings keine neue, sondern nutzte die abgelaufene weiter. Dabei radierte sie das Datum aus und schrieb das jeweils aktuelle rein. Da sie nichts bezahlte, sparte sie 18 Franken.

Doch die Gemeindepolizei war aufmerksam, der Sparversuch hat sich nicht gelohnt. Der Fall landete bei der Staatsanwaltschaft. Wegen Urkundenfälschung und geringfügigen Betrugs wurde die 24-Jährige zu einer bedingten Geldstrafe von 25-mal 130 Franken und einer Busse von 400 Franken verurteilt. Die Busse muss sie bezahlen.

Wie konnte die Frau den Betrug überhaupt vornehmen? Eine Nachfrage bei der Gemeinde ergibt, dass die Käufer das jeweilige Datum selbst in die Parkkarten eintragen, eine besondere Eigenheit der Tageskarten. Dafür dürfen die Fahrzeuglenker aber nur Kugelschreiber, Filzstift oder Füllfederhalter benutzen. Einem Gemeindepolizisten ist in diesem Fall aber nicht zuerst das neu eingetragene Datum aufgefallen. Verraten hat die Beschuldigte eine andere Zahl: die Registrierungsnummer. Dem Polizisten war aufgefallen, dass die Karte mit der gleichen Nummer an mehreren Tagen genutzt wurde. Als er die Karte genauer betrachtete, merkte er, dass das Datum jeweils an den aktuellen Tag angepasst wurde. Beim Thema Parkieren kann der Zolliker Gemeindepolizei offenbar niemand etwas vormachen. Die Konsequenzen lohnen sich nicht.