Zum Hauptinhalt springen

National LeagueMund zu und Ohren auf für den ZSC-Schweden beim 5:0

Die ZSC Lions gewinnen das Spitzenspiel in Freiburg deutlich. Auch dank einer neuen Linie mit ungewohnter Rollenverteilung.

Torschütze per Hechtsprung: Der Zürcher Marcus Krüger trifft gegen Reto Berra zum 3:0.
Torschütze per Hechtsprung: Der Zürcher Marcus Krüger trifft gegen Reto Berra zum 3:0.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Es gibt Situationen, in denen ZSC-Headcoach Rikard Grönborg nicht lange nachdenken muss. Zum Beispiel bei einem Bully vor dem eigenen Tor. Dann schickt er, wenn immer nur möglich, entweder die Linie mit Center Garrett Roe oder jene mit Marcus Krüger aufs Eis. Die offizielle Statistik besagt, dass dies in dieser Saison bereits 348 Mal der Fall war. Zum Vergleich die Anzahl solcher Bullys mit irgendeinem anderen ZSC-Spieler: 247.

Am Sonntag in Freiburg war nun von Grönborg erstmals in dieser Saison diesbezüglich grössere Kreativität gefragt – freiwillig. Denn er machte aus dem Center Krüger einen Flügelstürmer und stellte ihn an die Seite von … Roe. Eines vorweg: Der Schwede, am meisten eingesetzter ZSC-Stürmer, machte seine Sache auch in neuer Rolle gut. Er schoss mit dem 3:0 kurz vor Ende des Mitteldrittels gar jenen Treffer, dem am Ende das Prädikat «wegweisend» verliehen werden konnte.

Bereits in der Schlussphase des Heimspiels gegen Zug am Freitag hatte Grönborg die beiden vereint. Aber ansonsten? «Ich spielte zuvor nur ein Testspiel in dieser Rolle, jenes mit den Masken …», erzählte Krüger nach dem Spiel. Mit den Masken, das war vor der Saison ein Test im doppelten Sinne gewesen, als die Lions gegen Rapperswil-Jona versuchten, zum Schutz gegen das Coronavirus mit Masken auf dem Eis zu spielen. Es war genauso wie das Experiment mit Krüger am Flügel ein erstes und vorerst letztes Mal.

«Kein typisches 5:0-Spiel»

Gottéron gegen die ZSC Lions, dies war bislang in dieser Saison mit lauter Siegen der Zürcher (nun drei in der Meisterschaft und einer im Cup) eine einseitige Angelegenheit gewesen. Aber es war am Sonntag eben auch das Spitzenspiel Dritter gegen Zweiter. Und darum erwarteten die Lions eine enge Sache, «das war klar unser Mindset», sagte Krüger. Und wenn er danach von einem Match sprach, das eher «kein typisches 5:0-Spiel» war, dann waren das nicht bloss nette Worte Richtung Freiburger Garderobe.

Einsamer Zuschauer in der BCF Arena: Gottérons Maskottchen, der Drache.
Einsamer Zuschauer in der BCF Arena: Gottérons Maskottchen, der Drache.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

So klar das Resultat am Ende war, auch dank zweier Powerplay-Tore im Schlussdrittel, so harzig und umkämpft war das Spiel bis zu Minute 37, als Krüger etwas entgegen dem Spielverlauf traf und die Weichen auf Sieg stellte. «Sie hatten im Mitteldrittel eigentlich mehr Chancen», musste Krüger eingestehen. In Gottérons Druckphasen erhielten er und Roe von Grönborg mitunter eine klare, nicht ungewohnte Aufgabe: Bullys in der eigenen Zone bestreiten. «Der Trainer verlangte von uns, dass wir den Puck erobern und nach vorne tragen. Das Spiel in der Offensive konnten wir dann anderen Linien überlassen.»

Lernen, reden, zuhören

Plötzlich nicht mehr selber in der Mitte zu stehen nach einer Karriere als Center, inklusive neun Saisons in der NHL, das brauchte bei Krüger ein wenig Anpassung, ein paar Gespräche mit Roe und vor allem: Mund zu und Ohren auf beim Bully. Krügers Erklärung mit einem Lachen: «Ich mag es als Center auch nicht, wenn meine Flügel mir da nicht zuhören.»

Krügers Ausflug auf die Flügelposition, sie ist vor allem der Verletzung Fredrik Petterssons geschuldet. Sein Landsmann fiel am Freitag aus, wie schwer seine offizielle «Oberkörperverletzung» ist, sollten die Lions am Montag nach weiteren Untersuchungen wissen. Am Dienstag, im nächsten Spitzenspiel bei Leader Zug, dürfte dann sowieso Zuzug Ryan Lasch erstmals mittun und Krüger damit wieder auf die Center-Position zurückversetzt werden.

Die weiteren Spiele

Brunner lässt Biel jubeln

Der EHC Biel kam in der Valascia zu einem 4:3-Auswärtserfolg gegen Ambri. Nach der Führung für das Heimteam durch Bryan Flynn drehten die Seeländer die Partie mit drei Toren im Mitteldrittel, ehe die Leventiner kurz nach der zweiten Pause in Überzahl dank Tobias Fohrler auf 3:3 stellten. Schliesslich war es Damien Brunner, der in der 51. Minute im Powerplay das Siegtor erzielte.

Ebenfalls mit einem Treffer Unterschied gewann Lugano zu Hause gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Das einzige Tor der Partie schoss der Finne Jani Lajunen 35 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels.