Zum Hauptinhalt springen

Schweiz reagiert auf FallzahlenCorona-Alarm im Bundesrat – Notsitzung am Sonntag um 11 Uhr

Die Landesregierung tritt zusammen, um so rasch wie möglich neue Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschliessen zu können.

Jetzt macht der Bundesrat Tempo.
Jetzt macht der Bundesrat Tempo.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone/Archiv)

Nun geht es doch schnell im Bundeshaus: Der Bundesrat wird sich am Sonntag um 11 Uhr zu einer Krisensitzung angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen treffen. Das haben wir aus gut unterrichteten Quellen in Bern erfahren.

Ziel ist es, dass ab Montag neue Regeln zur Eindämmung der Pandemie gelten. Konkret steht eine landesweite Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen zur Debatte, wie sie die Kantone am Freitagnachmittag gefordert hatten. Ebenso wird der Bundesrat eine Obergrenze für private und öffentliche Versammlungen prüfen, wie sie in einigen Kantonen bereits gilt. Gemäss einem Bericht von CH Media steht ein Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum von mehr als 15 Personen zur Debatte, für private Anlässe mit mehr als 15 Personen gälte eine Masken- und Registrierungspflicht.

Schliesslich wird der Bundesrat eine Home-Office-Empfehlung diskutieren. Der Bundesrat wird am Sonntag um die Mittagszeit über die neuen Massnahmen informieren.

Experten des Bundes besorgt

Bereits heute Nachmittag informierten Experten des Bundes zur aktuellen Lage: «Die Situation ist ernst», sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Zahl der neuen Fälle steige weiterhin sehr schnell, auch die Zahl der Spitaleintritte erhöhe sich mit einer Verzögerung von rund zehn Tagen, sagte Masserey.

Die Neuinfektionen umfassen laut Masserey sämtliche Altersstufen. Die gesamte Schweiz sei betroffen – auch Kantone, die bei der ersten Welle im Frühling wenig betroffen gewesen seien. «Es ist nun an der Zeit, die Erhöhung der Fälle zu stoppen, um eine Überlastung der Gesundheitseinrichtungen zu verhindern.»

Für Martin Ackermann, Präsident der Wissenschafts-Taskforce des Bundes, sind die Zahlen ein «Schock, aber auch eine Chance, nun schnell zu reagieren». Auch wenn in einer Woche neue Massnahmen in Kraft treten würden, würden die Fallzahlen und die Zahlen der Hospitalisierungen bis in zwei Wochen um den Faktor vier steigen, sagte er weiter. Das bedeutet in zwei Wochen würden 12'000 Fälle gezählt.

Schweizweit steigen die Corona-Fallzahlen seit Tagen stark an. Heute meldete das BAG erstmals über 3000 Neuansteckungen. Besonders betroffen ist u. a. der Kanton Schwyz, wo ein Spital Alarm schlug (lesen Sie hier die eindrückliche Reportage: Spital voll, die Hälfte der Tests positiv und ein verärgerter Lokalbewohner Sepp Trütsch).

br/ffe/cpm

312 Kommentare
    Paul eisenberg

    Fallzahlen sagen nichts aus