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Heute vor 60 JahrenÄrgerliche Häufchen - Hundeverbot
in Parkanlagen gefordert

Über Abfall und Hundekot wurde in der «Zürichsee-Zeitung» schon vor 60 Jahren debattiert, wie ein Blick
ins Zeitungsarchiv zeigt.

Aus dem Archiv der «Zürichsee-Zeitung».
Aus dem Archiv der «Zürichsee-Zeitung».
Illustration: Olivier Samter

Geht es um Abfall, bewegt das die Gemüter – gestern wie heute. Das beweist ein Blick in die Zeitungen des Jahres 1960. Damals mussten die Wädenswiler Stimmbürger an der Urne über einen neuen Güselwagen abstimmen. Gemeinderat und Gesundheitskommission beantragten gemäss linksufriger «Zürichsee-Zeitung» die Anschaffung eines neuen Kehrichtautos «System Ochsner» für 127’334 Franken. Beim alten Gefährt würden sich «schon seit einiger Zeit Alterserscheinungen zeigen», heisst es im Bericht. Dies sei bei einem Stand von rund 185’000 gefahrenen Kilometern und pro Tag rund 800 An- und Abfahrten allerdings nicht verwunderlich.

In Küsnacht wurde zur gleichen Zeit in den Leserbriefspalten eine Diskussion losgetreten, ob Hunde in der Parkanlage im Horn verboten sein sollen. Sie hinterliessen in der Anlage offensichtlich immer wieder Häufchen, was ein Leser in einer Zuschrift in der rechtsufrigen «Zürichsee-Zeitung» gar nicht goutierte. Der Schreiber erwähnte auch den Schübelweiher und den Rumensee, wo man seiner Ansicht nach «im Slalom spazierengehen muss». Nicht alle Leserinnen und Leser teilten diese Meinung. In einer Replik fragt eine Hundeliebhaberin: «Wo dürfen sich unsere armen Vierbeiner überhaupt noch des Lebens freuen? Wo baden bei der Hitze? Es scheint Leute zu geben, die keine anderen Sorgen haben, als Hundekote zu suchen und zu zählen.» Und sie hält mit einer zünftigen Portion Ironie fest: «Bis jetzt durfte ich nur ungeniert und unbelästigt die Hundesteuer bezahlen.»