Zum Hauptinhalt springen

Weniger Spiele im Free-TVAb 2021 gibts keine Live-Champions-League mehr bei SRF

Das SRF muss ab 2021 sämtliche Live-Rechte an Champions und Europa League abgeben. Ganz aus dem Free-TV verschwindet die Königsklasse aber nicht.

SRF verliert ab 2021 die Live-Rechte an der Champions League.
SRF verliert ab 2021 die Live-Rechte an der Champions League.
Foto: Getty Images

Erdbeben in der Schweizer TV-Landschaft: Ab der Saison 2021/22 können Fussballfans auf SRF gar keine Livespiele aus der Champions oder Europa League mehr schauen. Der Sender hat den Kampf um die Live-Rechte definitiv verloren.

«Es ist leider Fakt, dass nun auch im Schweizer Markt unverhältnismässig hohe Geldbeträge für den internationalen Clubfussball geboten werden» sagt Roland Mägerle, Leiter Business Unit Sport bei SRF, «diese enormen Summen kann und will die SRG nicht bezahlen.»

Weniger Spiele live

Ganz aus dem Free-TV verschwindet die Königsklasse aber nicht. Denn anstatt SRF hat neu das private Medienhaus «CH Media» die Rechte erworben und wird einzelne Livespiele auf seinen Sendern 3+ und TV24 zeigen.

Es sind aber weniger Partien als zuvor: In der Champions League sind es sechs Gruppenspiele sowie der Final. In der Europa League und der neu auf die Saison 2021 beginnende Europa Conference League sind es zusammen 16 ausgewählte Spiele. Derweil konnte SRF diese Saison pro Spieltag stets eine Champions- und eine Europa-League-Partie live zeigen – auch noch in der K.o.-Phase. Vor der Saison 2018 waren es gar noch jeweils zwei Champions-League-Duelle.

Duelle zwischen beispielsweise dem FC Basel und Manchester City könnten künftig nicht mehr alle im Free-TV zu sehen sein.
Duelle zwischen beispielsweise dem FC Basel und Manchester City könnten künftig nicht mehr alle im Free-TV zu sehen sein.
Foto: Keystone

Doch der Markt um die TV-Rechte von Sportevents wird immer umkämpfter. Insbesondere für SRF wurde es immer härter. Mägerle sagt: «Als gebührenfinanziertes Medienhaus gab es für die SRG eine klar definierte finanzielle Obergrenze.»

Privatkonzerne haben dieses Problem nicht. «CH Media», wo neu die Rechte liegen, versucht sich seit Kurzem auch in der TV-Branche zu etablieren. Roger Elsener, Geschäftsführer Entertainment CH Media, sagt in einer Mitteilung: «Wir heben unser Sportangebot damit auf ein neues Level und sind stolz darauf, die Königsklasse auf unseren Sendern zu zeigen. Damit möchten wir unser Sportangebot nachhaltig stärken und künftig noch weiter ausbauen.»

Zum Unternehmen gehören verschiedene Regionalsender, TV24, Tele 1 und zudem wurde 2019 die Gruppe 3+ übernommen. «CH Media» ist 2018 als Joint Venture der NZZ-Mediengruppe sowie der AZ Medien entstanden und ist in der Medienbranche vor allem im Print- und Onlinebereich erfolgreich.