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Aaron ist der Chef im Gehege

Die Zusammenführung der drei jungen Wildpark-Luchse mit dem alten Männchen Aaron ist geglückt. Voran gingen herzerwärmende Begegnungen am Zaun.

Gruss durchs Gitter: Die Luchse Pep (links) und Aaron freundeten sich an. Sie sind nicht länger getrennt.
Gruss durchs Gitter: Die Luchse Pep (links) und Aaron freundeten sich an. Sie sind nicht länger getrennt.
zvg Peter Ruf

Pep, Quinn und Imba sind Anfang März im Bruderhaus angekommen und zählen zu den Lieblingen der Wildpark-Besucher. Die ein- und zweijährigen Luchse sonnen sich gerne auf den Kletterbäumen und erkunden ihr Gehege. Seit letzter Woche hat sich ihr Streifgebiet mehr als verdoppelt. Am Dienstag wurde das Tor im Zaun geöffnet, der sie vom 17-jährigen Altluchs Aaron trennte.

Aufs Bauchgefühl gehört

Dass die Zusammenführung der Tiere so rasch möglich wurde, war nicht abzusehen. Tierpfleger Thomas Rothlin betonte zu Beginn, dass man es sehr vorsichtig angehen werde. Denn Luchse sind in der Natur einzelgängerisch. Ob Aaron nach sieben Jahren allein im Gehege neue Art­genossen akzeptieren würde, war keineswegs sicher. Bei einer missglückten Zusammenführung war 2001 im Bruderhaus ein Luchsweibchen getötet worden.

Der Wildpark Bruderhaus hat eine neue Attraktion: Jungluchse!
Der Wildpark Bruderhaus hat eine neue Attraktion: Jungluchse!
Rahel Rothlin
Gleich drei Exemplare wurden aus den Zoos München und Wien nach Winterthur gebracht.
Gleich drei Exemplare wurden aus den Zoos München und Wien nach Winterthur gebracht.
Rahel Rothlin
Doch wohl scheinen sich die drei zu fühlen. Pep ist's bereits nach einem Nickerchen zu Mute.
Doch wohl scheinen sich die drei zu fühlen. Pep ist's bereits nach einem Nickerchen zu Mute.
Heinz Diener
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Am Ende verliess sich Rothlin bei der Entscheidung auf sein Bauchgefühl. Und das kam so: Gleich von Beginn weg hatte sich Altluchs Aaron sehr interessiert gezeigt an seinen neuen Nachbarn. Er unternahm Ausflüge zum Zaun, um die jungen «Burschen» zu beobachten. Später sah Rothlin, wie sich Aaron und Pep durch den Gitterzaun begrüssten: auf Luchsart, mit freundlichen Kopfstössen. Aaron maunzte ausserdem, um die anderen Luchse zu sich zu rufen.

Eines Morgens hinkte Pep plötzlich, er hatte sich an der Hinterpfote verletzt. «Von der Art der Verletzung war klar, dass es kein Kampf war», sagt Rothlin. Vielmehr musste Pep sich beim Klettern verletzt haben. Da sie im Gehege keine Spuren fanden, schien es am wahrscheinlichsten, dass es am Zaun passiert war. «Vermutlich beim Versuch, hinüberzuklettern», sagt Rothlin. Als am Tag darauf auch Aaron hinkte – eine Zerrung –, beschloss Rothlin, den Versuch zu wagen und das Gatter zu öffnen. «Ich hatte zwei humpelnde Luchse, die offensichtlich zueinander wollten», sagt er.

Sein Bauchgefühl lag richtig. Die Zusammenführung verlief harmonisch, die Tiere vertragen sich gut. «Die jüngeren Luchse haben Aaron als Chef akzeptiert und unterwerfen sich ihm», sagt Rothlin. Die Verletzungen der Tiere heilten, Pep hinkt schon fast nicht mehr. Auch die jüngeren, etwas scheueren Luchse Quinn und Imba haben die andere Gehegeseite für sich entdeckt und fühlen sich sichtlich wohl. Gemeinsamer Lieblingsort: eine kleine Höhle auf der entfernteren Seite des Bachtobels.

Der Sichtschutz bleibt

Die grossen Sichtschutzplanen, die Teile des Aussenzauns bedecken, bleiben jedoch auch nach der Zusammenführung hängen. Sie sollen den Tieren an den exponierteren Stellen des Geheges, etwa den neuen Kletterbäumen, ein Mindestmass an Schutz vor den Blicken der Besucher bieten.

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