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68 Menschen sterben bei Häftlingsaufstand in Venezuela

Gefangene haben in Venezuela versucht, aus den Zellen einer Polizeiwache zu entkommen. Dabei steckten sie Matratzen in Brand.

Dutzende Tote: Der Aufstand ereignete sich in den Zellen einer Polizeiwache in Valencia. (Video: Tamedia/AFP)

Bei einem Häftlingsaufstand in Venezuela sind nach Angaben der Behörden fast 70 Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Vorfall in den Zellen einer Polizeiwache in Valencia, der Hauptstadt des nördlichen Bundesstaates Carabobo, seien 68 Menschen gestorben.

Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Vier Staatsanwälte sollten den Vorfall nun prüfen, schrieb Generalstaatsanwalt Tarek William Saab im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Die Organisation Una Ventana a la Libertad (Ein Fenster zur Freiheit), die sich um die Belange von Gefangenen kümmert, hatte zuvor von 78 Todesopfern gesprochen. Der Leiter der Organisation, Carlos Nieto, erklärte, einige Häftlinge hätten einen Fluchtversuch gestartet, indem sie Matratzen in Brand gesetzt und einem Wächter seine Waffe abgenommen hätten. Einige Gefangene seien verbrannt, andere erstickt.

Bestürzung über Ausmass

Der Gouverneur von Carabobo, Rafael Lacava, hatte zunächst keinerlei Angaben zur Zahl der Opfer gemacht. Er drückte via Twitter lediglich seine «Bestürzung» über den Vorfall aus. Es sei eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden, um «die Gründe und die Verantwortlichen für diese beklagenswerten Geschehnisse» festzustellen. «Wir sind an der Seite der Angehörigen in ihrem Schmerz», schrieb Lacava weiter.

Angehörige der Gefangenen verlangen nach Informationen nach einem Häftlingsaufstand in Valencia, der Hauptstadt des nördlichen Bundesstaates Carabobo. (28. März 2018)
Angehörige der Gefangenen verlangen nach Informationen nach einem Häftlingsaufstand in Valencia, der Hauptstadt des nördlichen Bundesstaates Carabobo. (28. März 2018)
Miguel Gutiérrez, Keystone
Der Gouverneur von Carabobo hatte zunächst keinerlei Angaben zur Zahl der Opfer gemacht. Nach dem Unglück versuchten Angehörige, zur Polizeiwache vorzudringen.
Der Gouverneur von Carabobo hatte zunächst keinerlei Angaben zur Zahl der Opfer gemacht. Nach dem Unglück versuchten Angehörige, zur Polizeiwache vorzudringen.
Juan Carlos Hernandez, Keystone
Die Gefängnisse im Krisenland Venezuela sind völlig überfüllt. Wegen der Überbelegung werden Häftlinge zunehmend in den Zellen von Polizeiwachen untergebracht.
Die Gefängnisse im Krisenland Venezuela sind völlig überfüllt. Wegen der Überbelegung werden Häftlinge zunehmend in den Zellen von Polizeiwachen untergebracht.
Miguel Gutiérrez, Keystone
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Laut Nieto starben in dem Gefängnis auch zwei Frauen, die offenbar Häftlinge besucht hatten. Nach dem Unglück hätten Angehörige versucht, zu der Polizeiwache vorzudringen, und hätten dabei einen Justizvollzugsbeamten mit einem Stein verletzt. Daraufhin sei die Menge mit Tränengas auseinander getrieben worden.

Die Gefängnisse im Krisenland Venezuela sind völlig überfüllt, es gibt immer wieder gewaltsame Aufstände. Wegen der Überbelegung der Gefängnisse werden Häftlinge zunehmend in den Zellen von Polizeiwachen untergebracht. Dort dürfen sie laut Gesetz eigentlich nicht länger als 48 Stunden bleiben, diese Regel wird jedoch vielfach nicht eingehalten.

SDA/scl

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