Zum Hauptinhalt springen

Terrorismusverdacht in LuganoSchweizerin greift mit Messer zwei Frauen an

Bei einem Messerangriff in Lugano hat eine Frau schwere Verletzungen erlitten. Die Polizei schliesst einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

Am Nachmittag ist es in Lugano zu einer Messerstecherei gekommen.
Am Nachmittag ist es in Lugano zu einer Messerstecherei gekommen.
Foto: Pablo Gianinazzi (Keystone) 

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) vermutet hinter der Messerattacke von Lugano einen terroristischen Hintergrund. Das sagte Direktorin Nicoletta della Valle am Dienstagabend an einer Medienkonferenz in Bellinzona. Die Bundesanwaltschaft (BA) eröffnete ein Strafverfahren.

«Dieser Angriff überrascht mich nicht», sagte Nicoletta della Valle, die der Medienkonferenz per Video zugeschaltet war. Das Fedpol arbeite Hand in Hand mit der Tessiner Kantonspolizei, um den Fall zu untersuchen. «Diese Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.»

Della Valle verwies auf den anderen Fall in der Schweiz, der im Moment bezüglich eines mutmasslichen terroristischen Hintergrundes untersucht werde: die Messerattacke von Morges, bei der Mitte September ein 29-jähriger Portugiese erstochen worden war. Der Täter war dem Nachrichtendienst des Bundes bekannt.

Täterin war den Behörden bekannt

Auch die 28-jährige Frau, die am Nachmittag kurz nach 14 Uhr in einem grossen Luganeser Warenhaus zwei Frauen angegriffen hatte, sei den Behörden bekannt gewesen, sagten sowohl Nicoletta della Valle als auch Matteo Cocchi, Kommandant der Kantonspolizei Tessin. Es müsse nun geklärt werden, ob die Frau eine Verbindung zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) habe. Für weitere Details sei es noch zu früh.

Das Tessiner Online-Portal «tio.ch» berichtete bereits am Nachmittag, die Täterin habe «sono dell’Isis» – «Ich bin vom Isis» oder «Allah akbar»- «Gott ist grösser (bzw.: der Grösste)» gerufen. Diese Fakten hätten sich jedoch nicht verifizieren lassen, hält «tio.ch» fest.

Der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi sagte vor den Medien, man gehe davon aus, dass die Frau radikalisiert worden sei. «Die Situation ist von grösstem Ernst», sagte der Vorsteher des Tessiner Justiz- und Polizeidepartements. Falls sich die vom Fedpol geäusserte Vermutung bestätigen lasse, wäre der Kanton Tessin zum ersten Mal mit einem terroristischen Akt konfrontiert. «Wir sind entschlossen, die Sicherheit unserer Bürger zu verteidigen», schloss Gobbi.

Der Kommandant der Tessiner Kantonspolizei Cocchi sagte, die Bedrohung durch den Terrorismus sei omnipräsent. Es sei wichtig, rasch zu reagieren, und das habe man getan. Die Untersuchung des Falles werde vom Fedpol geleitet.

Am Dienstagnachmittag kurz nach 14 Uhr war es in einem grossen Warenhaus in Lugano zu einer Messerstecherei gekommen. Bei der Täterin handelt es sich nach Angaben der Tessiner Kantonspolizei um eine 28-jährige Schweizerin. Sie griff im Innern des Warenhauses zwei Frauen an, eine von ihnen mit einem Messer. Eines der Opfer wurde dabei schwer verletzt.

Wien verurteilt «islamistischen Terrorismus»

Der österreichische Bundeskanzler verurteilte noch am Abend den «islamistischen Terroranschlag in Lugano». Seine Gedanken seien bei den Opfern, schrieb der Regierungschef in Wien auf Twitter und sicherte der Schweiz seine Unterstützung «in diesen schwierigen Zeiten» zu. Man werde dem islamistischen Terrorismus in Europa gemeinsam die Stirn bieten und die eigenen Werte verteidigen.

sda/sep

17 Kommentare
    B.Kerzenmacherä

    Die Hemmschwelle in Europa dürfte bei den Bürgern nun bald überschritten sein, die Geduld und das jahrelange nachgeben gegenüber dem radikalen Islam neigt sich dem Ende zu. Dazu bedarf es nur noch geringe negative Anlässe Seitens der Islamanhänger. Es wird jetzt überall immer öfter zu Gewalt kommen. Die Einzigen, die dieser Entwicklung Einhalt gebeten können, sind die Muslime selbst. Zu lange sind sie in der Opferstellung und eigenen Intoleranz gegenüber Andersgläubiger verharrt. Erst wenn sich langfristig eine deutlich wahrnehmbare Veränderung zeigt, eine Bewegung zu den Gastländern hin, wird das wieder abebben. Vor ihnen liegt nun ein langer aber unumgänglicher Weg. Bedauerlich, dass man nur wegen einer Religion Terror und Gewalt hat.