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Corona-Hilfe200 Millionen Darlehen – für nur einen Club

Tottenham Hotspur, der Verein mit Startrainer José Mourinho, ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen und bittet die Bank of England um Hilfe.

200 Millionen? Eine Menge Geld, findet auch José Mourinho.
200 Millionen? Eine Menge Geld, findet auch José Mourinho.
VQH

Es ist kein Monat her, da versprach der Bund dem Schweizer Fussball Darlehen in Höhe von 200 Millionen Franken. Klingt nach einer Menge, ist es auch. Doch blickt man einmal nach England, in die Premier League, wo eh alles grösser und teurer ist, erscheint der Betrag, der zur Bewältigung der Corona-Krise dienen soll, geradezu mickrig.

Etwa so viel, umgerechnet sinds noch einige Milliönchen mehr, braucht nämlich ein Klassenprimus der Premier League, um zu überleben. Tottenham Hotspur hat von der Bank of England ebenfalls ein Darlehen erhalten, 175 Millionen Pfund gross soll es sein. Der Verein profitiert dabei von CCFF (Covid19 Corporate Financing Facility), einem Hilfsprogramm der Bank, das grösseren Unternehmen Unterstützung bietet bei der Überwindung von Liquiditätsengpässen.

Auch in der Premier League stehen Geisterspiele an, dem Verein fallen wichtige Einnahmen weg. Zudem hätten im neuen Stadion der Spurs auch Spiele der US-amerikanischen Football-Liga NFL und Konzerte stattfinden sollen. Und den Vereinen drohen Rückzahlungen an die TV-Rechteinhaber, da die Spiele nicht wie geplant stattfinden konnten, auch hier handelt es sich um Summen in Millionenhöhe.

«Vernünftig und ausgeglichen» Geld ausgeben

José Mourinho, für gewöhnlich einer, der nicht geizt, hielt sich in den letzten Tagen denn auch vornehm zurück, wenn es darum ging, über das Kader der kommenden Saison zu sprechen. «Vernünftig und ausgeglichen» wolle er auf dem Transfermarkt agieren, «ohne Unmengen von Geld auszugeben». Der Spurs-Trainer sagte gegenüber Sky Sports auch: «Wir versuchen, die Situation zu respektieren – nicht nur die des Fussballs, sondern der ganzen Welt und Gesellschaft.»

Auch Mourinhos Team weist ein Transferminus aus. Haben die Spurs im Sommer 2018/19 keinen Cent für neue Spieler ausgegeben, waren es in jenem darauf 148 Millionen Euro. Aus Spielerverkäufen resultierten in diesen zwei Perioden 62 Millionen, was ein Minus von 86 Millionen ergibt. Das ist – im Vergleich zum Rest der Liga – noch harmlos. Die Clubs der Premier League gaben im gleichen Zeitraum insgesamt knapp 1,8 Milliarden für neue Spieler aus. Gut möglich also, dass die Bank of England noch weitere Anfragen für Darlehen erhalten wird.

mro