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Samstag, 07. November 2009
Freidenker wollen Gegenoffensive
Religiöse Plakate In Pfäffikon sollen bald religionskritische Plakate hängen
Ein «Einpredigen auf Passanten» wollen die Kritiker von religiösen Plakaten nicht länger hinnehmen. Sie wollen bald mit einer eigenen Kampagne antreten.
Michael Grimm
 
Gibt es ihn nun oder doch eher nicht? Die Diskussion um die Existenz Gottes könnte in Pfäffikon so geführt werden. (Montage Manuela Matt)
 

«Glücklich ist, wer seine Zuflucht in Gott sucht», verkünden die einen. Die anderen entgegnen: «Da ist wahrscheinlich kein Gott, also sorg dich nicht und geniess das Leben.» So verbreiten der christliche Verein Agentur C und die Freidenker-Vereinigung ihre Ansichten auf Plakatwänden in mehreren Städten.

Seit das religionskritische Plakat der Freidenker in Zug und Luzern zu Kontroversen geführt hat, stellt der Verein einen regen Zugang an Neumitgliedern fest. Gleichzeitig erhöht sich das Spendenaufkommen. Die Freidenker der Sektion Innerschweiz sind deshalb in der Lage, selber in der Oberseeregion aktiv zu werden. Noch im November wollen sie in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten. In Lachen, Freienbach und Wollerau wurden sie nicht fündig. Nun suchen sie freie Flächen in Pfäffikon. Das sankt-gallische Linthgebiet steht bislang nicht im Fokus.

«Auf Passanten einpredigen»

Grazia Annen, die Präsidentin der Zentralschweizer Freidenker, erklärt, was sie an den Bibelversen stört: «Ungefragt wird seit Jahren auf Passanten eingepredigt. Dabei wird ein Weltbild vermittelt, das mit Drohungen und jenseitigen Versprechungen ohne Wirkungsnachweis arbeitet.» Mit der aus England importierten Aussage der wahrscheinlichen Inexistenz Gottes möchte Annen einerseits eine Diskussion anregen, andererseits Gegensteuer geben. Es fehlen nur noch die passenden Werbeflächen.

Eine Umfrage in der Bevölkerung ergab, dass das Thema emotional aufgenommen wird. Die Meinungen über die Kampagnen gehen entsprechend auseinander. Regionale Vertreter der katholischen und evangelisch-reformierten Kirche lassen sich von den Plänen hingegen nicht aus der Ruhe bringen. Sie stehen nicht unbedingt hinter den religiösen Plakaten, erwarten durch die angekündigte Plakatkampagne aber eine Belebung in der Diskussion um Gott und Reli- gion. Seite 3


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