Der schwere Unfall ereignete sich gestern Vormittag. Eine 69-jährige Personenwagenlenkerin fuhr um 10.15 Uhr auf der Sihltalstrasse von Zürich her Richtung Sihlbrugg. Unmittelbar nach Sihlbrugg-Station - dort gilt Tempo 60 - geriet das Auto in einer leichten Rechtskurve über die Sicherheitslinie und auf die Gegenfahrbahn. Es kam zu einer heftigen Frontalkollision mit einem korrekt fahrenden Lieferwagen. Strasse vier Stunden gesperrt
Während der 70-jährige Lenker des Lieferwagens nur leicht verletzt wurde, erlitt die PW-Lenkerin schwerste Verletzungen und verstarb noch auf der Unfallstelle. Neben der Kantonspolizei Zürich war die Feuerwehr Langnau mit 16 Personen im Einsatz, darüber hinaus ein Pionierzug der Stützpunktfeuerwehr Horgen und ein Ambulanzfahrzeug. Die Sihltalstrasse musste während vier Stunden bis 14 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt werden.
Noch ist unklar, weshalb die Autolenkerin auf die Gegenfahrbahn geriet. Die Witterungsverhältnisse, zum Beispiel Eisglätte, waren nicht der Grund, «denn die Strasse war trocken», sagt Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Er bittet Personen, welche Angaben zum Unfallhergang machen können, sich bei der Kantonspolizei Zürich, Verkehrszug Neubüel, zu melden. Kein Unfallschwerpunkt
Der Unfall wird die Diskussion um die Sicherheit der Sihltalstrasse neu aufflammen lassen. Wenn es im Sihltaler Strassenverkehr in den letzten sieben Jahren Todesopfer zu beklagen gab, dann ausschliesslich auf der Sihltalstrasse, belegt die kantonale Verkehrsstatistik.
Bei Anwohnern gilt die Strecke als gefährlich - nicht aber bei der Kantonspolizei. Die Sihltalstrasse ist gemäss Verkehrsstatistik kein Unfallschwerpunkt und liegt bezüglich Unfallraten und Verunfalltenraten in einem objektiv nicht kritischen Bereich. Von Politikern geforderte Massnahmen - etwa eine Mittelleitplanke, Tempo 60 von Adliswil bis Sihlbrugg oder fix installierte Radar-Geräte - wurden vom Zürcher Regierungsrat bislang abgelehnt. Auch eine Umgestaltung der Sihltalstrasse - eine Reduktion der Strassenbreite von neun auf sieben Meter und das Einrichten eines Rad- und Skatingwegs - wurde im Dezember vom Zürcher Kantonsrat vorläufig sistiert. |