Schweizer Bankier in 1MDB-Skandal zu Haftstrafe verurteilt

Im Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB ist erstmals ein Ausländer verurteilt worden. Der ehemalige Chef der Singapur-Tochter der Schweizer Privatbank Falcon hat eine Haftstrafe von 28 Wochen aufgebrummt bekommen.

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Zudem muss der Bankier eine Geldbusse von umgerechnet rund 90'000 Franken entrichten, geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Gerichts in Singapur hervor. Der Bankmanager hatte sich zuvor in sechs von insgesamt 16 Anklagepunkten schuldig bekannt. Das Gericht warf dem ehemaligen Chef der Tochtergesellschaft mangelnde Sorgfaltsabklärungen im Zusammenhang mit Zahlungen aus dem 1MDB-Staatsfonds vor.

Der Falcon-Banker ist die fünfte Person und der erste Ausländer, der vom Gericht in Singapur für die Verstrickung in den 1MDB-Fall verurteilt wurde. Von den vier schon zuvor Verurteilten arbeiteten drei bei der Tessiner BSI-Bank.

Die Privatbank Falcon wollte sich zur Verurteilung des ehemaligen Angestellten nicht äussern. Die Ermittlung habe sich gegen den Manager als Person, und nicht gegen die Bank gerichtet, erklärte ein Sprecher. Das Institut gehört der International Petroleum Investment Company (IPIC) aus Abu Dhabi.

Auch die Privatbank selbst ist seit längerem im Visier der Behörden. Im Herbst hatte die Zentralbank in Singapur die Schliessung der Niederlassung der Falcon Private Bank in dem Stadtstaat angeordnet. Sie warf dem Zürcher Institut vor, Geldwäsche-Bestimmungen verletzt zu haben.

Neben den singapurischen Behörden ermittelt auch die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) im Fall 1MDB gegen die Bank. Im vergangenen Oktober hatte die Schweizer Behörde mitgeteilt, dass sie gegen die Falcon ein Strafverfahren eröffnet hat. Es bestehe der Verdacht auf Mängel in der internen Organisation der Bank, aufgrund derer die Bank mögliche Straftaten im Zusammenhang mit 1MDB nicht verhindern konnte, teilte die BA damals mit.

Im Zentrum des Skandals um den milliardenschweren malaysischen Staatsfonds 1MDB steht der malaysische Premierminister Najib Rezak, der sich mit dem Fonds bereichert haben soll. In Malaysia und in den USA wird darum gegen Rezak wegen Korruption ermittelt. In verschiedenen Ländern laufen Verfahren gegen Banken, die Rezak bei der Verschleierung der Geldspur geholfen haben sollen.

(sda)

Erstellt: 11.01.2017, 13:11 Uhr

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