Samsung-Vizechef Lee im Visier der Ermittler in Südkorea

In Südkoreas Korruptionsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye haben Ermittler den designierten Erben des Samsung-Konzerns im Visier. Samsung-Vizechef Lee Jae Yong wird als "Verdächtiger" geführt und soll am Donnerstagmorgen befragt werden.

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Das sagte am Mittwoch der Sprecher einer Sondereinheit von Staatsanwälten. Er wollte auch eine spätere Verhaftung Lees nicht ausschliessen.

Im Zentrum der Affäre steht Parks langjährige Vertraute Choi Soon Sil. Sie soll ihre Beziehungen zu Park genutzt haben, um Millionenspenden für Stiftungen einzutreiben und sich dabei persönlich zu bereichern. Ausserdem wird ihr vorgeworfen, sich in die Regierungsgeschäfte eingemischt zu haben. Choi sitzt inzwischen in Haft, Park wird in dem Fall als Verdächtige behandelt.

Samsung gehört zu den grössten Geldgebern von Chois Stiftungen. Die Ermittler vermuten den Konzern auch hinter den Millionengeldern, mit denen Choi die Reitausbildung ihrer Tochter in Deutschland finanziert haben soll.

Samsung-Vertreter argumentierten Berichten zufolge, der Konzern habe für die Zahlungen an Choi keine Gegenleistungen erhalten. Deshalb handle es sich auch nicht um Bestechung.

Fusion ermöglicht

Samsung ist der grösste Mischkonzern und ein internationales Aushängeschild Südkoreas. Zugleich steht das Unternehmen beispielhaft für den Einfluss einiger weniger Unternehmerfamilien auf Politik und Gesellschaft des Landes. Lee soll Samsung eines Tages in dritter Generation führen.

Die Staatsanwaltschaft vermutetet, dass Choi im Gegenzug für die Zahlungen ihre Beziehungen genutzt haben könnte, damit staatliche Behörden eine umstrittene Fusion innerhalb des Samsung-Konzerns genehmigen.

Die Zusammenlegung der Unternehmensgruppen Cheil Industries und Samsung S&T galt als wichtiger Schritt, um die Übergabe des Konzerns an Lee Jae Yong zu erleichtern. Dessen Vater, Samsung-Chef Lee Kun Hee, ist seit einer Herzattacke im Jahr 2014 bettlägerig.

Kritiker hatten Samsung vorgeworfen, den Aktienwert von Samsung C&T bewusst kleinzurechnen. Weil mit dem südkoreanischen Pensionsfonds NPS aber Samsungs grösster Anteilseigner der Fusion zustimmte, ging der Deal dennoch über die Bühne. Im Zuge der Affäre war im vergangenen Monat auch Südkoreas Wohlfahrtsminister festgenommen worden, dessen Ministerium der NPS unterstellt ist.

Das Parlament in Seoul hatte wegen der Korruptionsaffäre Anfang Dezember für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park gestimmt, die damit umgehend ihre Amtsvollmachten verlor. Sie behielt aber ihren Titel als Staatschefin und bleibt im Präsidentenpalast, bis das Verfassungsgericht über ihre Amtsenthebung entschieden hat.

(sda)

Erstellt: 11.01.2017, 11:04 Uhr

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