Winterthur

Erneut Besucherrekord im Technorama

Das schlechte Wetter in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres hat dem Swiss Science Center viel Zulauf beschert: Über 280 000 Personen kamen nach Oberwinterthur. Derweil fuhren Lastwagen mit Schaustücken nach Tatarstan.

«Luft – ist nicht nichts» heisst die derzeitige Sonderausstellung, die bis Mitte Oktober zu sehen ist. Dann reist die Schau weiter nach Warschau.
Video: Manuel Frick

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Genau 281 427 Eintritte hat die Technorama-Kasse im letzten Jahr gezählt, mehr als in jedem anderen Jahr zuvor. Der stetige Aufwärtstrend ist gewollt, aber nicht selbstverständlich. 2015 zum Beispiel erlebte man das Gegenteil: Die Besucherzahl sank um 17 000 auf 257 000. Für den Rekordwert im vergangenen Jahr sorgten laut Marketing- und Medienchef Roy Schedler zwei Dinge: «Das schlechte Wetter im ersten Halbjahr und die Montagsöffnung, die sich erstmals ein ganzes Jahr lang auswirkte.»

Die Schulen als Zielgruppe

Seit Juli 2015 ist das Technorama vor allem mit Blick auf Schulklassen auch am Montag offen. «Vorher konnten die Klassen nur Dienstag, Donnerstag oder Freitag kommen, das schränkte ein», sagt Schedler. Trotz der neuen Regelung kamen 2016 aber leicht weniger Kinder und Jugendliche im Klassenverband als 2015. «Das stimmt, hängt aber damit zusammen, dass wir bei der Schulaktion 2015 die Schulen aus dem Kanton Bern eingeladen haben, 2016 jene aus dem viel kleineren Kanton Neuenburg.» Den Anteil an Schulen aus der Romandie möchte man steigern, heute liegt er bei 10 Prozent aller Schweizer Klassen. Das Potenzial für Schulbesuche aus Deutschland hingegen ist laut Schedler ausgeschöpft: «Für viele deutsche Schulen sind wir zu teuer wegen des Frankenkurses.» Gesamthaft kamen 2016 60 500 Jugendliche im Klassenverband.

Blickt man auf die Zahl aller Besucherinnen und Besucher, sieht die Verteilung so aus: 44 Prozent kamen aus den Kantonen Zürich und Schaffhausen, 34 Prozent aus der übrigen Deutschschweiz. 8 Prozent reisten aus der Romandie oder dem Tessin an, 14 Prozent aus dem Ausland, hauptsächlich aus Deutschland. Und 4 von 10 Besuchenden waren 2016 nicht zum ersten Mal im Technorama.

«Für viele deutsche Schulen sind wir  wegen des Frankens mittlerweile zu teuer. Aber in der Romandie sehen wir Potenzial.»

Roy Schedler,  
Marketingchef im Technorama

Um ihnen immer wieder Neues zu bieten, gestaltet das Technorama regelmässig Sonderausstellungen. Nach der Premiere in Winterthur werden sie dann auch andernorts gezeigt. Eine besonders lange Reise über 4000 Kilometer führte nach Almetyevsk.

Der Öldirektor aus Tatarstan

Almetyevsk ist die Ölmetropole der russischen Teilrepublik Tatarstan. Der CEO der dort ansässigen riesigen Öl- und Gasfirma Tatneft war mit seiner Frau im Sommer zu Gast im Technorama und offenbar so begeistert von dem, was er sah, dass er die beiden Ausstellungen «Klangwelten» und «Spiegeleien» kurzerhand mietete, um sie in einem ehemaligen Einkaufszentrum zu zeigen, das zu einem Science Center werden soll. 62 Exponate wurden Ende November in Oberi in vier Sattelschlepper verladen und fuhren im Dezember via Polen und Moskau nach Almetyevsk, wo die Ausstellung bis Juni 2017 zu sehen ist.

Ein Millionen-Projekt im Park

Derweil gehen in Winterthur die Planungsarbeiten und die Geldsuche weiter, damit der Park des Technoramas umgestaltet werden kann. Neue Exponate und Experimente im Freien sollen das Science Center attraktiver machen, insbesondere bei schönem Wetter. «Das Technorama wird oft als Schlechtwetter-Destination wahrgenommen, das möchten wir ändern», sagte Stiftungsratspräsident Werner Inderbitzin kürzlich. 15 Millionen Franken betragen die Investitionen, die dank einer spektakulären Brückenkonstruktion einen Besucherzuwachs bringen sollen. Die Stadt hat schon mal einen Beitrag von 1,1 Millionen bewilligt, zahlbar in vier Jahrestranchen. Bei den Stiftungen und Privatspendern steht der Finanzierungsbarometer derzeit bei 2 Millionen, 5,2 sind hier das Ziel. Und beim Lotteriefonds ist ein Gesuch hängig für den grössten Betrag, 7,4 Millionen Franken. Rund eine Million will das Technorama aus Eigenmitteln beisteuern. Die Baubewilligung ist bereits erteilt; wenn alles rund läuft, wird der Park 2021 eröffnet.

(Der Landbote)

Erstellt: 03.01.2017, 18:02 Uhr

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