Oberstammheim

Taucher im Unesco-Weltkulturerbe

Am und im Nussbaumersee gibt es Reste von Pfahlbauten. Bald tauchen dort Archäologen, um den Zustand der Überbleibsel zu überprüfen.

Taucher des Archäologieamtes wagen sich bei frostigen Temperaturen in den Nussbaummersee.

Taucher des Archäologieamtes wagen sich bei frostigen Temperaturen in den Nussbaummersee. Bild: Andreas Wolfensberger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nur gut zwei Kilometer südöstlich von Oberstammheim gibt es seit 2011 ein Weltkulturerbe mit Unesco-Label. Doch der Schatz, Reste prähistorischer Pfahlbauten, liegt verborgen am respektive im Nussbaumersee, der bereits zum Thurgau gehört. Die Kantonsgrenze verläuft nur wenige Meter am Westufer des Nussbaummersees, wie er im dortigen Dialekt heisst. Von Januar bis März sind Taucher des Amts für Archäologie des Kantons Thurgau um das Inseli im Einsatz. Sie sollen den Zustand der Siedlungsreste unter Wasser dokumentieren. Zugleich wird geschaut, ob es zu Schäden gekommen ist wie etwa durch Erosion. Über den Zustand der Welterbestätte muss der Unesco regelmässig Bericht erstattet werden.

Bernstein und Pfeilspitzen

In den späten 1980er-Jahren gruben Archäologen auf der Halbinsel Horn Teile eines Dorfes aus der Spätbronzezeit aus (circa 870 v. Chr.). Das Dörfchen umfasste gut 100 Häuschen. Bei den Grabungen stiess man auf Gefässscherben mit spektakulären Bemalungen und Verzierungen. Auch Meissel aus Bronze, Glasperlen, Bernstein oder Pfeilspitzen aus Feuerstein wurden gefunden. Und auf dem vorgelagerten Inselchen fand man eine noch viel ältere Siedlung aus der Jungsteinzeit (ca. 3700 v. Chr.).

Die Siedlungsreste am und im Nussbaumersee von der Jungsteinzeit bis zur frühen Eisenzeit sind deshalb so gut erhalten, weil sie im Feuchtboden respektive im Wasser liegen und auf diese Weise konserviert wurden. Um diese Reste für zukünftige Forschungen zu erhalten, wird auch nicht mehr gegraben. Für die geplanten Arbeiten wird im See ein Floss als Plattform aufgebaut. Zudem wird ein Boot mit Elektromotor im Einsatz sein. Für interessierte Spaziergänger werden bei der Badi Stammheim und der Badi Nussbaumen Informationstafeln aufgestellt. Und für März ist eine Informationsveranstaltung zu den Resultaten am See geplant. ¨

Weitere Informationen: www.palafittes.org; www.archaeologie.tg.ch (Der Landbote)

Erstellt: 10.01.2017, 12:56 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Jetzt abonnieren!

Abonnieren und profitieren!

Jetzt abonnieren und profitieren!

Kommentare

Blogs

Spielerisch den Kapitalismus kennen lernen

Karriere Wie stille Schaffer aus dem Schatten treten können

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.