Vom Geheimtipp im letzten Jahr etablierte sich der «Ironman 70.3 Switzerland» gestern definitiv zu den beliebtesten Veranstaltungen in der Triathlon-Szene. Auch international setzte der «Ironman 70.3 Switzerland» nur schon wegen der umwerfenden Kulisse mit See, Schloss und Bergpanorama Akzente. Über 1600 Einzelathleten aus 35 Nationen und 250 Teams nahmen die Herausforderung im Schwimmen, Radfahren und Laufen auf sich und bewiesen, dass Vielseitigkeit, Technik, Kraft, Ausdauer und ein eiserner Durchhaltewille bei diesem äusserst harten Wettkampf zu den Grundkriterien gehören. Zusätzlich steuerten über 30 000 Zuschauer, verteilt über die ganze Ironman-Strecke im Linthgebiet, ihren Beitrag zu den gezeigten Bestzeiten von Schildknecht, Spirig und Co. bei. Ein spannendes Duell Der «Ironman 70.3 Switzerland» in Rapperswil-Jona gilt in professionellen Läuferkreisen als Test und Messlatte für den doppelt so langen Ironman in Zürich. «Auf dieser Olympiadistanz zeigen die Profis punkto Tempo ein viel höheres Leistungsniveau», erklärt Ironman-Pressesprecher René Gastl. Der dies- und letztjährige Sieger Ronnie Schildknecht aus Thalwil, der insbesondere auf der Radstrecke Spitzengeschwindigkeiten bis zu 90 Stundenkilometern an den Tag legte, musste nach eigenen Angaben für seinen Sieg vor dem Deutschen Konstantin Bachor «schwer leiden». Das tranceähnliche Schwebeerlebnis am Schluss des Wettkampfs sei für ihn allerdings ein «legales Doping» und somit ein wesentlicher Antrieb zum Sieg gewesen. Schildknecht, dessen Ziel die Teilnahme am wohl härtesten Ironman der Welt, demjenigen von Hawaii, ist, und Szeneneuling Bachor lieferten sich während des ganzen Wettkampfes ein spannendes Duell. Die «Stairways to Heaven», also die Schlosstreppen in den beiden Runden des Halbmarathons, hätten dem dominanten Radfahrer Schildknecht zum Triumph verholfen. Der Schweizer Mitfavorit Mathias Hecht aus Willisau belegte den fünften Schlussrang. Für eine Überraschung sorgte das frühe Ausscheiden von Spitzenathlet Stefan Riesen der wegen seinem beschädigten Fahrradsattel vorzeitig aufgeben musste. McMahon mit Schmerzen Auch bei den Frauen gab es mit dem Aus von Olympiasiegerin Brigitte McMahon eine Überraschung. «Die anhaltenden Oberschenkelschmerzen haben eine zu grosse Verletzungsgefahr dargestellt», sagte McMahon. Wie viele andere Sportler schätzte sie am Ironman in Rapperswil-Jona aber vor allem die grossartige Unterstützung der Zuschauer. Vorjahressiegerin Nicola Spirig schaffte es nach der Britin Julie Dibens auf den zweiten Platz und unterstrich damit die gestrige Schweizer Dominanz. Die ambitionierte Dielsdorferin, welche wie Schildknecht das Radfahren zu ihren Stärken zählt, will dann auch in Peking ihre Qualitäten unter Beweis stellen.Für einen reibungslosen Ironman 2008, der mit seinem gross angelegten Format Tausende Sportler und Zuschauer beeindruckte, standen über 1800 Helfer im Einsatz. |