Meilen soll auch dieses Jahr zum Festplatz für Lesben und Schwule werden: Das «L-OpenAir», ein europaweit einzigartiges schwul-lesbisches Festival, wird vom 11. bis 13. Juli zum zweiten Mal über die Bühne gehen - dieses Jahr allerdings unter dem Namen «Queerfeldein». Dies bestätigte eine der Organisatorinnen, Chantal Eicher, gestern auf Anfrage. «Es soll noch grösser, schöner und professioneller werden als letztes Jahr», verspricht die 29-Jährige. Das Musikprogramm wird in diesem Sommer zwei statt nur einen Tag dauern, und die Infrastruktur wird verbessert. EDU plant «Aktivitäten» Als Haupt-Acts des «Queerfeldein»-Open-Airs sind unter anderem Soulsänger Seven und der Männedörfler Marc Sway gebucht. Laut Eicher ist im Festzelt neu eine Lounge geplant, und eventuell werden auf dem Festgelände oberhalb der Stöckenweid Marktstände aufgebaut. «Wir hoffen, dass noch mehr Besucher kommen als letztes Jahr», sagt Chantal Eicher. Damals feierten rund 800 Homosexuelle, aber auch Familien und Anwohner auf der grünen Wiese oberhalb von Meilen. Die Gemeinde hat den Anlass, der von der Lesbenorganisation Mona Lila organisiert wird, bereits im März bewilligt. Doch die Neuauflage der schwul-lesbischen Feier stösst nicht überall auf Anklang. Die christlich-konservative Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) hat bereits letztes Jahr massiv Stimmung gegen das Open Air gemacht, das ihrer Meinung nach dem Sittenzerfall Vorschub leistet und «widernatürliche» Lebensweisen feiert. Das wird diesen Sommer nicht anders sein: «Die EDU des Bezirks Meilen plant einige Aktivitäten», sagt EDU-Kantonsrat Heinz Kyburz. Was darunter genau zu verstehen ist, will der Politiker noch nicht verraten. Im letzten Sommer hatte er noch dazu aufgerufen, für schlechtes Wetter zu beten. Allerdings vergeblich, denn das «L-Open-Air» ging bei Sonnenschein über die Bühne. |