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SCHLAGZEILEN
Zürichsee-Zeitung Linkes Ufer / Dienstag, 09. Februar 2010
 
Die Vereine setzen sich für ein Dorffest ein
Langnau Vereine befürworten Neuausrichtung der Chilbi und Einweihung des Dorfplatzes
 
28 Langnauer Dorfvereine haben die Umfrage der Gemeinde beantwortet. Nur die wenigsten sind bereit, sich aktiv in der Organisation von Grossanlässen wie Chilbi oder Dorffest einzubringen.
Philipp Kleiser
 
Die Langnauer Chilbi findet in der heutigen Form unter den Vereinen wenig Zuspruch. Wie die Chilbi attraktiver gestaltet werden könnte, darüber sind die Meinungen allerdings geteilt. (Anja Müller)
 


Ein grosses Dorffest, mit welchem der zukünftige Langnauer Dorfplatz neben dem Gemeindehaus eingeweiht wird, und eine Neuausrichtung der Chilbi: Das sind die Wünsche, welche die Langnauer Dorfvereine der Gemeinde zukommen liessen. Diese hat vor zwei Monaten insgesamt 66 Vereine angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Themen waren die Attraktivität der Chilbi, die jeweils im September an der Breitwiesstrasse beim Feuerwehrdepot stattfindet, sowie der Dorfplatz, der in den nächsten Monaten neu geschaffen wird.


28 Vereine haben nun die Umfrage beantwortet. Auf den ersten Blick eine tiefe Zahl, die Gemeindepräsident Thomas Oetiker (FDP) aber relativiert haben will: «Viele Vereine fokussieren sich nicht auf öffentliche Veranstaltungen, weil sie nicht ihrem Vereinszweck entsprechen. Die übrigen Vereine und Organisationen haben fast ausnahmslos geantwortet.»

Warten auf das Konzept


Die Idee der Gemeinde, die Begegnungszone und den dazugehörigen Dorfplatz zwischen Gemeindehaus und Gemeindebibliothek einzuweihen, findet bei fast allen Vereinen Anklang. 15 Vereine würden zudem gerne aktiv teilnehmen, sei dies mit der Durchführung eines Konzerts, dem Führen eines Grill- und Getränkestandes oder anderen Aktionen auf dem Areal. Auch ein jährliches Dorffest auf dem Dorfplatz wurde von Vereinsverantwortlichen angeregt - eine Idee, die auch der Langnauer Gemeinderat schon diskutiert hat.


Ernüchternd ist allerdings die Tatsache, dass nur fünf Vereine sich bereit erklärt haben, bei der Organisation eines solchen Festes mitzuarbeiten. «Bislang liegt halt noch nichts Konkretes vor, und weil der Dorfplatz noch nicht steht, ist vielen auch nicht klar, wie ein Fest auf dem Areal überhaupt aussehen könnte», glaubt Oetiker Gründe für die bisher geringe Bereitschaft zu kennen. Der Gemeindepräsident ist aber überzeugt, dass noch mehr Vereine auf den Zug aufspringen werden, wenn er denn einmal ins Rollen kommt und ein erstes Konzept vorliegt.


Komplizierter ist es bei der Chilbi. Zwar sind zwei Drittel der antwortenden Vereine dagegen, die Chilbi in der heutigen Form weiterzuführen. Doch wie der Anlass eine Aufwertung erfahren soll, darüber herrscht keine Einigkeit. Die einen glauben, mehr Marktstände und «Beizli» würden der Chilbi gut tun, die anderen - ein Drittel der Antwortenden - befürworten eine Verlegung des Rummelplatzes auf den neuen Dorfplatz.

Keine Chilbi auf dem Dorfplatz


Nur: Eine Verlegung der Chilbi auf den zukünftigen Dorfplatz ist nicht realistisch. Die grossen Fahrgeschäfte (mit Ausnahme des Kinderkarussells) benötigen Kraftstrom. Ein solcher Anschluss existiert aber bei den Überbauungen rund um den Dorfplatz nicht und müsste für rund 100 000 Franken bereitgestellt werden - eine Investition, die sich für Oetiker nicht lohnt, «da sich die meisten Vereine nicht für den Chilbi-Standort Dorfplatz einsetzen».


Auch Marktstände kann die Gemeinde nicht einfach aus dem Ärmel zaubern. Denn die Markt-, Wurst- und Spielsachenstände werden von Schausteller Peter Baer vergeben, der seit über zehn Jahren einen Vertrag mit der Gemeinde hat und für die Chilbi verantwortlich zeichnet. Der Handlungsspielraum der Gemeinde selbst ist entsprechend beschränkt. Ende 2010 allerdings wird dieser Vertrag auslaufen, «ab 2011 ist also eine Neuausrichtung möglich», sagt Oetiker. Voraussichtlich bis im Herbst dieses Jahres wird die Gemeinde entscheiden müssen, ob sie den Vertrag mit Peter Baer verlängert. «Es wird Aufgabe der Kultur- und Freizeitkommission sein, dem Gemeinderat einen Vorschlag bezüglich des weiteren Vorgehens zu unterbreiten», sagt Oetiker. Pikant: Sowohl Oetiker als Vorsitzender der Kultur- und Freizeitkommission als auch deren vier Mitglieder treten auf Ende dieser Legislatur zurück. Dem neuen Gemeindepräsidenten und der neu einzusetzenden Kommission wird nur wenig Zeit bleiben, um eine Neuausrichtung zu prüfen.

 
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