Drei Monate hatte sich Flurina Spühler mit Bruder Michael auf die Schweizer Meisterschaft vorbereitet. Am Samstag gewann die Badmintonspielerin aus Samstagern, die am Donnerstag 20 Jahre alt wird, in Zürich im Frauendoppel mit Ornella Dumartharey prompt ihre erste Medaille in der Elite-Kategorie. «Ich hoffe, es wird nicht die letzte sein», sagt die ehemalige Junioren-Nationalspielerin. Noch 2009 hatte sie wegen einer Sehnenentzündung am linken Fuss ein halbes Jahr lang aussetzen müssen.
Die Medaille hätte sogar mehr glänzen können als in Bronze. Doch im Halbfinal verstauchte sich Spühlers Partnerin zu Beginn des dritten Satzes den Fuss - ein Sieg war so nicht möglich. «Ich freue mich, dass ich im Doppel eine Medaille gewonnen habe», sagt Flurina Spühler, «aber eigentlich hatte ich mir eine Medaille im Einzel zum Ziel gesetzt.» Dort unterlag die frühere Sportschülerin im Viertelfinal knapp Tenzin Pelling (St. Gallen-Appenzell). «Am Ende der Sätze fehlte ein wenig die Geduld», analysiert die Spielerin.
«Bin im Moment sehr motiviert» Zuerst sei sie frustriert gewesen, gesteht Flurina Spühler. Einen Tag später freute sie sich über das gute Spiel: «Ich konnte zeigen, dass die Sachen besser geworden sind, an denen ich in den letzten drei Monaten gearbeitet habe.» Im Herbst lag die NLA-Spielerin des BC Adliswil noch am Boden. «Für mich war klar: Wenn ich nichts ändere, höre ich auf», erinnert sie sich. Fortan übte sie dreimal wöchentlich mit ihrem Bruder, verbesserte die Lauftechnik und änderte den Griff, um das Spiel variabler zu machen.
«Im Moment bin ich sehr motiviert», erzählt Flurina Spühler, «ich sehe, dass ich auf dem richtigen Weg bin, vor allem mit Michi zusammen.» Sie werde «sicher wettkampfmässig weiterspielen». Welchen Platz Badminton künftig einnehmen wird (zuletzt trainierte sie sechs Mal in der Woche), ist aber noch offen. Im Mai, nach den Playoffs mit Adliswil in der Nationalliga A, wird Flurina Spühler fünf Wochen in die Ferien verreisen. Im Herbst wird sie ein Studium beginnen - wahrscheinlich nicht in Zürich. «Mein Ziel ist einfach, mit Spass zu trainieren», sagt Flurina Spühler.
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