Handball GS Stäfa holt einen Punkt gegen den favorisierten HC Kriens
Angeführt vom überragenden Kaufmann und mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung stellten die Stäfner dem Favoriten ein Bein.
Peter Wettstein
Es war nach Spielschluss leicht zu erkennen, welche Mannschaft sich über einen verlorenen Punkt ärgerte. Es waren aber nicht etwa die Einheimischen, die seit der 8. Minute nie mehr in Rückstand lagen und einmal für kurze Zeit mit fünf Toren Vorsprung führten. Von ihnen hatte niemand einen Punktgewinn erwartet, während die Innerschweizer auf dem Weg in die Finalrunde zwei sicher geglaubte Punkte budgetiert hatten. Entsprechend geknickt sassen die Spieler noch Minuten nach dem Schlusspfiff am Boden, während Trainer Rolf Dobler die Schiedsrichter, übrigens nicht zum ersten Mal, aufs Übelste beschimpfte. Dies völlig zu Unrecht, denn die Unparteiischen hatten die Gäste keineswegs benachteiligt. Der Delegierte des SHV stand daneben, und es ist zu erwarten, dass solche Unsportlichkeiten endlich einmal Sanktionen nach sich ziehen. Immerhin korrigierte Assistenztrainer Nick Christen den unvorteilhaften Eindruck, den sein Kollege hinterlassen hatte. «Über die Schiedsrichter müssen wir nicht diskutieren, Stäfa hat sehr gut gespielt, wir haben den Sieg selber vergeben und eher unverdient noch einen Punkt geholt», zog er ein sehr faires Fazit. «Bei uns waren einige Spieler angeschlagen, was aber keine Entschuldigung sein soll.»
Die spielerische Linie verloren
Der Stäfner Trainer Markus Jud wusste, warum der in Reichweite liegende Sieg noch aus der Hand gegeben wurde. «Wir haben in der 2. Halbzeit unser Spielsystem verloren und im zerfahrenen und hektischen Spiel zu sehr den Kampf Mann gegen Mann gesucht.» Dem wäre noch anzufügen, dass die Pausenführung durchaus noch um zwei bis drei Tore höher hätte ausfallen können. Mit dem Schlusspfiff wurde den Einheimischen nämlich noch ein Penalty zugesprochen, der aber von Mischa Kaufmann nicht verwertet werden konnte, nachdem schon kurz zuvor zwei Gegenstossmöglichkeiten kläglich vergeben worden waren.In der 2. Halbzeit konnte dann Torhüter Daniel Perisa nicht mehr an seine Glanzleistung aus dem ersten Durchgang anknüpfen (11 Paraden, davon 2 Penaltys), und auch Nothelfer Thomas Schmidt, der den kranken Standardtorhüter Gian Ryffel vertrat, konnte keine Akzente setzen. Im hin und her wogenden Spiel lag der Tabellenletzte dennoch ständig knapp im Vorsprung, und eine gute Minute vor Schluss liess Pescha Milicic die Aussenseiter mit einem verwandelten Penalty zum 32:31 an der Sensation schnuppern. «Schade, heute wäre mehr drin gelegen», damit sprach der Linkshänder wohl allen Zuschauern aus dem Herzen.