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SPORT / Donnerstag, 29. Mai 2008
Viele Siege, zu wenig Spielerinnen
Basketball Adliswilerinnen steigen in die 1. Liga auf - und suchen Personal
18 Spiele, 18 Siege: Die Adliswiler Basketballerinnen haben die 2. Liga dominiert. Doch die Equipe kämpft gegen ein Personalproblem.
Stefan Kleiser
 

«Die Mannschaft hat es super gemacht», lobt Mirko Ambrico die von ihm trainierten Basketballerinnen. Ohne eine einzige Niederlage, mit 18 Siegen in Folge, haben die Spielerinnen von TV Adliswil Basket vor zwei Wochen die 2.-Liga-Saison beendet. Die Equipe bestach durch individuelle Klasse und Routine. «Martina Tauson und Daniela Eilingsfeld sind sehr erfahrene Spielerinnen», sagt Mirko Ambrico über die zwei Teamleaderinnen, die im letzten Spiel die Hälfte der Adliswiler Körbe warfen: «Eigentlich haben sie in dieser Liga nichts zu suchen.»Trotzdem kamen die Erfolge für den Trainer überraschend. «Anfangs ging alles drunter und drüber», erinnert sich Mirko Ambrico an die Zeit vor dem Saisonbeginn. Noch im vergangenen Sommer war ungewiss, ob überhaupt wieder eine Equipe gemeldet werden kann. «Erst drei Wochen vor Saisonbeginn war klar, dass wir sicher sieben Feldspielerinnen haben», berichtet der Trainer. Angepeilt wurde Platz drei in der Tabelle. Nach den ersten Spielen habe er aber gemerkt, dass sein Team ganz vorne sei, so Ambrico, «und dann war es natürlich das Ziel, Erster zu bleiben». Das ist geglückt.

Aufstieg lange Zeit ungewiss

Ab Herbst werden die Adliswilerinnen sich in der 1. Liga regional mit stärkeren Gegnern messen. «Die Spielerinnen sind gewillt, aufzusteigen», meinte Mirko Ambrico gestern Mittwoch, einen Tag nach einer Aussprache mit seinem Team. «Die 1. Liga ist eine neue Herausforderung», urteilt Daniela Eilingsfeld, die seit 1999 in Adliswil Basketball spielt und das Team auch schon als Spielertrainerin geführt hat. «Besser als 18 Siege in 18 Spielen können wir ja in der 2. Liga nicht mehr sein», sagt sie. Und konstatiert eine positive Entwicklung in Zusammenspiel und Teamgeist: «Es tut gut, wenn man nicht viele Niederlagen verdauen muss.»Der Aufstieg in die höhere Liga hatte aber lange in Frage gestanden. Noch immer hat Mirko Ambrico für nächste Saison erst die Zusage von sechs Basketballerinnen. Aus dem Kader der abgelaufenen Saison ist eine Spielerin schwanger und will künftig nicht mehr mittun, eine andere geht nach Amerika, um fünf Jahre dort zu studieren. «Acht Spielerinnen müssten wir schon sein», sagt Daniela Eilingsfeld. Wie zusätzliche Basketballerinnen nach Adliswil gelockt werden sollen, weiss sie aber auch nicht: «Wenn wir das wüssten, hätten wir sie schon.» Aus dem Nachwuchs rückt niemand nach, weil es in Adliswil keine Mädchen-Equipen gibt. Im kleinen Verein mit nur zwei Teams findet sich niemand, der die zeitintensive Nachwuchsarbeit übernehmen würde. Während der letzten Jahre war die knappe Zahl an Spielerinnen daher immer wieder ein Thema. «Meistens waren wir zu siebt an den Spielen», sagt Martina Tauson über die abgelaufene Saison.

 
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