Vier Pünktchen trennen derzeit in der Nationalliga B den Vierten und den Zehnten. Der Zehnte ist der HC Horgen. Die Linksufrigen stehen also gerade noch auf dem letzten Nicht-Abstiegsplatz, und dies mit nur einem einzi- gen Punkt Vorsprung auf den HS Biel. Genau gegen diese Bieler hat Horgen am vergangenen Wochenende verloren (19:22) und ist von Platz 8 auf Platz 10 abgerutscht.
Die jüngste Niederlage hat auch den Optimismus von Klubpräsident Andreas Bösch strapaziert. «Die Situation ist ungemütlich», gibt er zu. Das Spiel gegen den Tabellenletzten Muri vom kommenden Samstag (Waldegg, 19.00 Uhr) ist zum Schicksalsspiel geworden. Denn nachher tritt Horgen noch auswärts gegen Kadetten Espoirs GS Schaffhausen (3.) und Steffisburg (4.) an, und da wird das Punkten noch schwieriger. Das Restrisiko
Wohl haben in dieser ausgeglichenen Liga fast alle merklich Punkte liegen gelassen (einzig Leader GS Stäfa ist auf und davon), aber im Abstiegskampf kann man rechnen, wie man will - die Horgner müssen gegen Muri gewinnen. Sonst wird das Risiko sehr gross, dass sie von Biel auf den zweiten Abstiegsplatz verdrängt werden. Der erste ist vergeben: Der TV Muri steigt sicher ab. Einen ihrer wenigen Punkte haben die Freiämter allerdings im Vorrundenspiel gegen Horgen geholt (27:27), und am Wochenende haben sie auswärts Stans (8.) mit 28:27 besiegt. Sie sind also durchaus nicht die willigen Punktelieferanten.
«So ist Sport», sagt der Horgner Trainer Peter Schaudt abgeklärt. «Es ist nicht alles planbar. Gegen ein Team wie Muri gewinnen wir acht oder neun von zehn Spielen. Ein Restrisiko bleibt also. Das Problem ist, dass wir dieses eine Spiel am Samstag nun gewinnen müssen.» An Tricks für eine solche Situa-tion glaubt der Ausbildner nicht, aber er glaubt an sein Team. Schliesslich könne es den Ligaerhalt immer noch aus eigener Kraft schaffen, obwohl es ein schwieriges Vierteljahr hinter sich hat - der letzte Sieg in der Meisterschaft datiert von vor Weihnachten. Die Option Verstärkung
Damals lag Horgen auf Rang 7, nach einer bis dahin ansprechenden Saison. Schaudt merkt an, dass man auch von einigen knappen Ergebnissen profitierte. Den grossen Unterschied zur vorangegangenen Saison (5. Schlussrang) sieht er in der personellen (Un-)Konstanz. In der laufenden Saison hatte er seine wenigen Routiniers wegen Verletzungen kaum je gleichzeitig in Bestform zur Verfügung.
Dass man jetzt für den wichtigen Match gegen Muri noch schnell einen zusätzlichen Routinier ins Team einfügen könnte (ähnlich wie es Horgen für den Klassenerhalt des Partnerteams SG Wädenswil in der 1. Liga macht), das überlegen sich Trainer und Verein. Schaudt sieht eine solche Aktion aber nicht als Erfolgsgarantie. «Weingarten wäre die einzige Option», sagt er. «Ungewiss wäre aber unter anderem, wie sich das auf den Stolz des Teams auswirkt.»
Saisonziel der Horgner war der 4. Schlussrang gewesen und damit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen. Daraus wird nichts. Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die Saison 2010/11 - in der Nationalliga B. Andreas Bösch sieht da eine Verpflichtung: «Stäfa geht in die Nationalliga A, dann sind wir der einzige traditionelle NLB-Klub in der Region Zürich.» |