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SPORT / Dienstag, 09. März 2010
«Jedes Szenario ist besprochen»
Eishockey Bader soll die Lakers gegen die Tigers als verlängerter Arm von Weber zum Sieg coachen
Mit Roger Bader hat heute zum Auftakt der Playout-Serie gegen die SCL Tigers bereits zum vierten Mal in dieser Saison ein neuer Mann das Sagen auf der Bank der Lakers ? oder doch nicht?
Silvano Umberg
 
Lakers-Trainer Christian Weber (oben) will seinem Ersatzmann Roger Bader nur im Notfall dazwischenfunken ? und selbst dann nur via Mittelsmann. (key/eq-images)
 

Die Lakers stehen in den Playouts vor einer schwierigen Aufgabe. Nach der verkorksten Qualifikation, die sie mit einer Serie von vier Niederlagen abschlossen, fehlt den St. Gallern nicht nur das Selbstvertrauen, sondern auch eine ganze Reihe an Stammspielern. Für Noël Guyaz, den routinierten Verteidiger mit gutem Auge für den Spielaufbau, ist die Saison ebenso vorzeitig zu Ende wie für Flügelfräse Raeto Raffainer, den als grosser Hoffnungsträger an den Obersee transferierten Michel Riesen und Florian Blatter, der ebenfalls vom HCD zu den Lakers stiess. Kaum Hoffnung besteht im Fall von Center Loïc Burkhalter. Wenn überhaupt, dürfte er frühestens auf eine allfällige zweite Playout-Runde hin ins Team zurückkehren.

«Unsere Situation mit all den Verletzten ist sicherlich nicht einfach», bestätigt Lakers-Trainer Christian Weber. Erschwerend kommt hinzu, dass er, der das Team seit seiner Ankunft doch deutlich formen konnte, nicht selbst an der Bande stehen, sprich coachen darf. «Aber so ist es halt. Nun gilt es, das Beste daraus zu machen», gibt sich Weber pragmatisch. Konkret heisst dies: Der extra für diesen Fall angeheuerte Roger Bader nimmt während der Serie gegen die SCL Tigers die Rolle des Headcoachs ein, während Weber als eine Art aussenstehender Beobachter fungiert. Den Anfang machte das gestrige Training, das wegen der Topskorer-Ehrung, die in Bern über die Bühne ging, auf den späten Nachmittag verschoben wurde. Bader wird auch die Ansprachen vor den Spielen und in den Pausen halten. «Die Spieler müssen wissen, wer ihr Chef ist, müssen eine Stimme hören. Ein Hin und Her wäre nicht förderlich», beschreibt Weber seine Überlegung.

Bestmöglich vorbereitet

Funktionieren kann dies nur, wenn Weber vollstes Vertrauen in Bader hat. Dies ist der Fall («absolut, er wird die Aufgabe gut lösen») und kommt nicht von ungefähr. Bader verfügt über einen grossen Erfahrungsschatz. Er war während elf Saisons als Assistenzcoach in der höchsten Liga tätig (Zürcher SC, Kloten und Fribourg-Gottéron) sowie als Headcoach bei diversen U-Nationalmannschaften und dem Erstligisten Uzwil (1994-2001 und seit 2007). Speziell nervös ist der 45-Jährige deshalb im Hinblick auf seinen ersten Einsatz als «Chef» der Lakers nicht. «Eher positiv angespannt. Wir (Bader, Weber und Assistent Hannu Nykvist) haben alle Szenarien durchbesprochen. Und ich weiss ja, was mich erwartet», sagt Bader, der bereits unter Wladimir Jursinow fürs Coaching zuständig war.

Was auf sie zukommt und was von ihnen erwartet wird, wissen spätestens seit dem gestrigen Teammeeting auch die Spieler. «Wir haben ihnen nochmals klar gemacht, dass es eine harte Serie geben wird und es nur über den Kampf geht», erläutert Weber. Nun hoffe er, dass die Spieler auf dem Eis die richtigen Entscheidungen treffen.

 
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