Als Christian Weber Mitte Februar vorzeitig seine Stelle am Obersee antrat, tat er dies mit einem leicht mulmigen Gefühl. Er wollte sein zukünftiges Team nicht im Stich lassen, wusste aber um die schwierige Situation mit den vielen Verletzten und um die Gefahr, in den Playouts ausgerechnet auf seinen Ex-Klub zu treffen. Und dass er in diesem Fall aufgrund einer Abmachung mit den Emmentalern nicht an der Bande stehen darf.
Genau dieses Szenario tritt nun ein, da es Weber mit seinem Team nicht geschafft hat, in den letzten zwei Qualifikations-Spielen den zum Ziel gesetzten Vorstoss auf Rang 9 zu bewerkstelligen und damit Langnau aus dem Weg zu gehen. Dazu wären nach Biels unerwartetem Heimsieg gegen Leader Bern zwei Siege in den letzten 2 der total 50 Qualifikations-Partien nötig gewesen. Es resultierten aber zwei Pleiten. Widing auf Riesens Spuren
Obwohl von der Tordifferenz her gleich, lässt das 2:5 vom Samstag gegen Davos ein wenig zuversichtlicher Richtung Playouts blicken als das 4:7 vom Freitag gegen die Kloten Flyers. Denn während den ersten 40 Minuten zeigten sich die St. Galler verbessert, konnten auf die Führung der Gäste (9.) reagieren und den Spiess dank Toren von Matt Murley (18.) sowie Thomas Pöck (21.) umdrehen.
Kaum war im Schlussabschnitt jedoch der Ausgleich gefallen, verloren die Lakers den Faden und zeigten zum Schluss erneut Auflösungserscheinungen in der Abwehr. Den Bündnern, mit acht Siegen in Serie das Team der Stunde, wurde das Toreschiessen allzu leicht gemacht. Erster Profiteur war Daniel Widing, der im letzten Abschnitt einen Hattrick erzielte (42./51./55.). Wie sein Vorgänger Michel Riesen, der verletzte Lakers-Stürmer, brauchte er jeweils nur am aus Stürmer-Sicht linken Pfosten zu warten und die Scheibe ins halbleere Gehäuse einzuschiessen. Für die beiden weiteren HCD-Tore zeichnete Petr Taticek verantwortlich (9./46.). Weber setzt auf Funk und Bader
Als Grund für die missglückte Playout-Hauptprobe machte Lakers-Headcoach Christian Weber individuelle Fehler (Niki Sirén verlor beim 0:1 den Puck an Taticek, Goalie Daniel Manzato patzte beim 2:2) und eine ungenügende Torausbeute aus. Trotzdem zeigte er sich zuversichtlich hinsichtlich des Playout-Duells mit den Tigers. «Ich erwarte eine harte Serie, die wir gewinnen werden. Nach wie vielen Partien, ist mir egal», sagte Weber, der die Leitung an der Bande an Assistenztrainer Roger Bader wird abgeben müssen. «Wir haben heute schon etwas geübt. Ich habe Vertrauen zu Roger.» Zugleich setzt Weber aber auch auf moderne Kommunikationsmittel. Er wird während der Spiele mit einer Person an der Bande («nicht Roger, er muss sich aufs Coaching konzentrieren») per Funk in Kontakt sein. Nur als kleinen Vorteil sieht Weber für die Lakers, dass er Langnau aus dem Effeff kennt. Umgekehrt ist davon auszugehen, dass die Emmentaler gegen ihren Ex-Coach speziell motiviert sein werden. |