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SPORT / Donnerstag, 04. März 2010
Der Countdown des Goalies läuft
Fussball Christoph Born wird am Saisonende seine Karriere beim Erstligisten Tuggen beenden
Irgendwann ist für jeden (Spitzen-)Sportler Schluss ? für Tuggens 1.-Liga-Keeper Christoph Born ist es im Frühsommer so weit. Der 36-Jährige beendet eine lange, erfolgreiche Karriere.
Peter Hasler
 
Die Teamstütze schlechthin beim FC Tuggen ? Torhüter und Captain Christoph Born wird im Sommer aufhören. (Kurt Heuberger)
 

Es war kein einfacher Moment für das Monument im Tor des Märchler Erstligisten. Christoph Born trat am letzten Abend im Trainingslager in Valencia vor seine Teamkameraden und sprach den entscheidenden Satz: «Kollegen», sagte er, «ich werde meine Karriere im Sommer beenden.» Es war für alle Anwesenden ein emotionaler Moment, denn der Torhüter ist in der Mannschaft äusserst beliebt und ein Führungsspieler. Es kam für einige Augenblicke Wehmut auf in der geselligen Runde, und auch Born selber «hat es etwas geschüttelt», wie er sagt.

Christoph Born ist ein Fussballer mit Leib und Seele - einer von der «alten Sorte». Sein Wort gilt innerhalb und ausserhalb des Platzes. Was er sagt, ist nicht warme Luft, hat Gewicht im Verein. Er ist einer, für den ein Handschlag ein Handschlag ist - einer, der weiss, was Vereinstreue heisst. «Ja», sagt er, «für mich ist und war der FC Tuggen immer eine Herzensangelegenheit.» Bei den Märchlern fühlt er sich wohl, gut aufgehoben, fussballerisch einfach zuhause. 1999 wars, als der Torhüter sich zum ersten Mal für den FCT in die Ecken schmiss, die Bälle vor der Linie wegkratzte oder auch einmal hinter sich greifen musste. Der 36-jährige dipl. Sportlehrer erinnert sich gern: «Ich habe und hatte es immer gut an der Linthstrasse. Tolle Kollegen, die zu Freunden wurden, eine kompetente, verlässliche Klubführung und gute, interessante Trainer.» Jetzt sei einfach die Zeit gekommen, wo er etwas kürzertreten wolle. «Ich bin noch voll im Saft», lacht er verschmitzt, «doch es gibt halt auch noch andere Dinge im Leben.»

«Wichtiger Lebensabschnitt»

Während seiner langen Laufbahn beim FC Tuggen hat sich im Leben von Christoph Born viel getan. Lehre, Ausbildung zum Sportlehrer, Heirat mit Sabina - im Mai erwartet Familie Born nach Töchterchen Norah ihr zweites Kind. «Ja», betont der Torhüter, «es war ein wichtiger, schöner und entscheidender Lebensabschnitt.» Mit dem aktiven Fussball wird nun im Frühsommer Schluss sein, doch ganz ohne die geliebte Kickerei wirds nicht gehen. Born ist Goalietrainer beim Grasshopper Club; er übt im Campus Niederhasli mit den Nachwuchstorhütern und will in Zukunft sein Pensum leicht ausbauen. Daneben soll aber deutlich mehr Zeit für die Familie bleiben, betont er.

Im FC Tuggen hat man den Rücktrittsentscheid des Stammgoalies mit grossem Bedauern zur Kenntnis genommen. So ganz unerwartet kam er aber nicht, lässt Vereinspräsident Erich Güntensperger durchblicken. «Christoph hat es sich schon länger überlegt, ob er noch weitermacht. Er hat die Vereinsführung und Trainer Adi Allenspach vorab im Trainingslager informiert.» Schade, sei es, sehr schade, gibt der Präsident zu verstehen, denn Christoph Born sei nicht nur ein toller Torhüter, sondern auch ein fantastischer Mensch. «Er ist einer, auf den man sich verlassen kann. Einer, der hinsteht und Verantwortung übernimmt.» Man spürt das Bedauern des Vereinsbosses, der betont, dass Born immer auch ein Vorbild für die ganze Mannschaft sei. «Er ist unser Leitwolf», sagt Güntensperger. «Typen wie er werden fehlen.»

«Persönlichkeit auf dem Feld»

Auch Trainer Adrian Allenspach findet nur lobende Worte für den Keeper. «Er ist eine Persönlichkeit auf und neben dem Feld. Wenn Christoph etwas sagt, hören alle zu.» Die Lücke werde nur schwer zu schliessen sein, meint der Übungsleiter weiter. Allenspach erwähnt auch die stets positive Einstellung, die Ausstrahlung von Born. «Die Mannschaft hat ihren Torhüter immer gespürt», ergänzt der Trainer.

Für Christoph Born ist es klar, dass er sich bis zum Saisonende mit allen Fasern für den Erstligisten «reinhängen» wird. «Wir haben noch ein schönes Ziel», gibt er zu verstehen, «wir wollen die Aufstiegsspiele erreichen.» Er habe mit dem FC Tuggen während zehn Jahren immer vorn mitspielen können. «Das bietet nicht jeder Klub.» Er möchte dies nochmals erreichen, dann soll im Juni Schluss sein. Und wenn der FCT aufsteigen sollte im Sommer? «Schluss ist Schluss», lacht das Monument.

 
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