Der Start war gelungen. Mit dem 3:1-Auswärtssieg bei den Kloten Flyers - immerhin ein Playoff-Finalist der letzten Saison - setzten die «neuen» Lakers zum Auftakt eine erste Duftmarke. Doch die Erfolgsstory sollte nur von kurzer Dauer sein. Es folgten die beiden Partien des Zürichsee-Derbys gegen die ZSC Lions und damit auch die ersten beiden Niederlagen der Saison. Im Heimspiel vom Samstag brachte sich das Team von Trainer Raimo Summanen mit kapitalen Fehlern in der Defensive trotz ansprechender Leistung um Punkte. Den teilweise schon beeindruckend starken Phasen, die andeuteten, zu was diese Mannschaft fähig ist, liessen die Lakers immer wieder haarsträubende Aussetzer folgen.
Gar noch in verstärktem Masse liess sich Ähnliches auch am Montag beim «Rückspiel» gegen die Stadtzürcher im Hallenstadion beobachten. Rapperswil-Jona liess sein Potenzial immer wieder aufblitzen. Nach vier Minuten stand es 2:0 aus Sicht der Gäste, rund 20 Minuten später führten sie 4:2. Doch beide Male gaben sie das vermeintlich vorentscheidende Polster leichtfertig wieder aus den Händen. Schwache 15 Minuten
Die letzte Viertelstunde der Partie in Zürich war die schwächste Phase der Lakers in der noch jungen Saison. Im Stil einer Verlierermannschaft gaben sich die St. Galler in die Niederlage und liessen sich von einem an diesem Abend keineswegs übermächtigen Gegners in die Knie zwingen. «Wir waren der reinste Hühnerhaufen», beurteilte Verteidiger Andreas Furrer nach dem Spiel die Schlussminuten aus seiner Sicht treffend. Von einem geordneten System war bei den Eisblauen nichts mehr zu erkennen. Die ZSC Lions nutzten die Situation, spielten mit dem Gegner Katz und Maus, schossen fünf Tore und sicherten sich so den 7:5-Heimsieg.
«In einer solchen Phase versucht jeder Spieler, mit einer gelungenen Aktion ein Zeichen zu setzen. So entstehen die vielen Einzelaktionen», erklärt Furrer, der in der vergangenen Saison noch für Meister Davos spielte, «aber das ist genau der falsche Weg. Es wäre erfolgversprechender, wenn sich alle wieder aufs eintrainierte Spielsystem konzentrieren würden.»
Da stellt sich die Frage, wo die Impulse von der Trainerbank blieben. Weder Lakers-Trainer Summanen noch einer seiner beiden Assistenten Hannu Nykvist und Dave Chambers, der temporär wieder an der Bande steht, vermochten den sich ankündenden Niedergang der Eisblauen zu stoppen. Sein Time-out hatte Summanen bereits in der 24. Minute genommen, und die Möglichkeit, mit einem Goaliewechsel den unglücklich kämpfenden Daniel Manzato zu entlasten respektive mit der Einwechslung von Backup Simon Züger ein Zeichen zu setzen, blieb ungenutzt. Auch sonst kamen vom Coaching-Staff in der entscheidenden Phase der Partie vom Montag kaum Impulse. Mit einer erstaunlichen Gelassenheit beobachtete Summanen das Geschehen auf dem Eis. Selbstvertrauen ging verloren
Zwei Niederlagen und ein Sieg sind nach drei Runden kein Grund, den Teufel an die Wand zu malen. Und trotzdem sollte die Art und Weise, wie die Spiele gegen die ZSC Lions verloren gingen, am Obersee zu denken geben. Warum eine Mannschaft, die auswärts gut spielt und vor dem Schlussdrittel 4:2 führt, mit hängenden Schultern aufs Eis zurückkehrt, ist eines der Geheimnisse, die die Garderobe nicht verlassen.
Der Grat, auf dem die Summanen-Truppe wandelt, ist schmal. Die Wechsel zwischen Genie und Wahnsinn sind noch zu häufig. Warum dies so ist, obwohl die Lakers im Vergleich zur vergangenen Saison deutlich an Substanz gewonnen haben, gilt es zu eruieren. Fakt ist, dass Rapperswil-Jona am Samstag die Möglichkeit zur Korrektur erhält. Dannzumal wird der EV Zug in der Diners Club Arena gastieren. |