Rieden

«Eine WM-Medaille wäre schön»

Mountainbiker Fabian Giger (29) aus Rieden ist seit 2010 Profi. Der Cross-Country-Spezialist will in der Weltcupserie, die am Sonntag in Tschechien ­beginnt, mindestens einmal aufs Podest fahren.

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Sie haben einen Gingertee bestellt. Was mögen Sie daran?
Fabian Giger: Obwohl Kaffee bei Radsportlern in Mode ist, trinke ich kaum welchen, dafür oft Tee. Am Ginger passt mir die Würze.

Ist das auch Ihr Lieblings­getränk?
Nein, ich habe keinen Favoriten. Tee ist Abwechslung zum Wasser. Nach einem Rennen gönne ich mir gern mal ein kaltes Cola.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Seit jeher Rösti mit Spiegelei und Pizza. Vor den Rennen gehen wir oft zum Italiener. Doch ich muss dann meinen Speicher mit Pasta füllen, während die Betreuer Pizza bestellen dürfen. (schmunzelt)

Beides können Sie bestimmt problemlos selber zubereiten. Wie sieht es mit anderem aus?
Da mir in der Küche etwas die Geduld fehlt, bin ich nicht der beste Koch. Und vor dem Essen habe ich meistens richtig Hunger.

Inwiefern achten Sie als Profi auf die Ernährung?
Schon recht, da sie die Performance sehr beeinflusst. Gesund und ausgewogen zu essen, ist allgemein wichtig. Ich habe aber gern Süsses und Schoggi. Das darf zwischendurch auch sein, da ich ja genug trainiere. (schmunzelt)

Worauf müssen Sie sonst schauen?
Genügend Schlaf ist Teil der Erholung und darum auch wichtig. Ich bin 24 Stunden am Tag Profi und deshalb immer eingebunden, was nicht allen bewusst ist. Nur im Herbst habe ich zwei, drei Wochen zum Abschalten. Trotzdem ist es ein schöner Job.

Wann wünschen Sie sich dennoch einen normalen, geregelten Arbeitsalltag?
Nur, wenn es resultatmässig nicht so läuft. Und wenn ich bei miesem Wetter trainieren muss, dann wäre ich lieber im Büro (Giger absolvierte eine KV-Lehre mit BMS; Red.). Aber insgesamt überwiegen die Vorteile eindeutig.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Erstaunlicherweise die Fussball-WM 1998 in Frankreich. Ich war damals in einem Kids-Bikelager und erinnere mich noch gut an den Hype ums Finalspiel (Frankreich gegen Brasilien; Red.).

Wie sind Sie zum Mountainbiken gekommen?
Durch meinen Vater Peter, da er mich an Bikerennen mitnahm. So bin ich in den Veloclub Eschenbach hineingewachsen, dem ich dann als Zehnjähriger beitrat.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Der wichtigste war der Titel an der U23-EM 2009 in Holland. Dieser Erfolg hat den weiteren Verlauf meiner Karriere geprägt. Denn nachher (auf die Saison 2010 hin; Red.) konnte ich als Profi bei Rabobank einsteigen. Fünf Jahre ­gehörte ich diesem Team an.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Dass ich mich zweimal knapp nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte. Ein Kindheitstraum platzte. Aber ich kann ihn mir ja immer noch erfüllen.

Was wollen Sie in Ihrer Karriere sonst noch unbedingt erreichen?
Es gibt einiges, worauf ich stolz bin. So beispielsweise auch auf die Bronzemedaille, die ich vor zwei Jahren an den European Games in Baku gewann. Diese Saison ­wäre eine WM-Medaille schön. Zudem würde ich gerne mal an der Tour de Suisse mitfahren. Das ist auch ein Kindheitstraum.

Auf diese Saison hin wechselte Jolanda Neff zu Ihnen ins polnische Kross Racing Team. Was hat sich verändert, seit die aktuelle Nummer 1 der Welt dabei ist?
Sportlich kaum etwas, denn unser Team war schon vorher auf Topniveau, erhält nun aber endlich mehr Beachtung. Diese hat es auch verdient. Organisatorisch profitiere ich insofern, dass ich zusammen mit Jolanda an die Rennen reisen kann, da sie ja auch aus der Ostschweiz kommt.

Welche Saisonziele haben Sie sich gesteckt?
Im Weltcup will ich konstant gut, sprich in die Top 10 und auch mal auf das Podest, fahren. An der EM (im Juli in Darfo Boario Terme; Red.) und der WM (im September in Cairns; Red.) habe ich die Top 5 im Visier. Ich will mich im Verlauf der Saison stetig verbessern, wobei ich technisch noch Potenzial habe.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Saisonstart und den Vorbereitungen auf die Weltcupserie?
Dieses Jahr harzte es ein wenig und ich bin daran, die Gründe zu eruieren. Trotzdem bin ich vor dem Weltcupauftakt verhalten optimistisch.

«Ich sollte mal meinen Handykonsum reduzieren.»Fabian Giger

Mit welchen Erwartungen starten Sie am Sonntag in Nove Mesto ins erste Weltcuprennen?
Da ich mich meist auf den Weltcup hin steigern kann, ist meine Vorfreude gross. Ich werde mein Bestes geben und dann vor allem eine Woche später in Albstadt auf meiner Lieblingsstrecke angreifen.

In Lenzerheide fuhren Sie letztes Jahr auf Rang 24. Was haben Sie sich für das Heimrennen am 9. Juli vorgenommen?
Die Strecke ist zwar sehr anspruchsvoll, doch wir alle schätzen diesen Heimevent sehr. Eine Klassierung in den Top 10 sollte für mich schon möglich sein.

Andri Frischknecht und Marcel Guerrini starten heuer erstmals als Elite-Fahrer im Weltcup. Was trauen Sie Ihren beiden VCE-Kollegen zu?
Die Jungen – Lars Forster zählt für mich auch noch dazu (der ­Joner debütierte letztes Jahr als Elite-Fahrer; Red.) – sind allgemein stark, besonders technisch. So sorgen sie nicht nur unter uns Schweizern für einen guten Drive. Es wird für alle enger. Ich rechne damit, dass die beiden durchaus um die Top 10 mitfahren können. Der Nachwuchs hat eine gute ­Einstellung zum Sport und ar­beitet hart.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Das geht schnell, da ich das Haus meistens zum Trainieren verlasse. Da kann ich einfach den Helm anziehen und losfahren.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Wie so mancher auch mit Roger Federer. Mich nimmt wunder, wie viel er investiert, um sich so lange an der Weltspitze zu halten.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Im Spätherbst, nach dem Saisonende, verreise ich mit meiner Freundin. Noch steht aber in den Sternen, wo es uns dann hinzieht.

Ihr Lieblingssong?
Der ist stimmungsabhängig. Ich mag Schweizer Hip-Hop wie Lo & Leduc. Aber auch Rockiges gefällt mir, aktuell zum Beispiel das neue Album der Red Hot Chili Peppers.

Ihr Lieblingsfilm?
Die Serie «Breaking Bad» hat mich richtig gefesselt. Serien ziehe ich Filmen vor, da ich sie auf Reisen gestaffelt schauen kann.

Ihr Lieblingsbuch?
Die «Millennium-Trilogie» von Stig Larsson. Seit ich sie vor fünf Jahren gelesen habe, kaufe ich mir immer wieder mal einen Roman.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Höchstens das Schoggi-Essen. (lacht) Und ich sollte mal meinen Handykonsum reduzieren.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Meine Zielstrebigkeit- und Zuverlässigkeit.

Was macht Sie glücklich?
Erfolg im Sattel, aber auch an-dere Dinge wie ein gemütliches Abendessen mit Freunden.

Was ärgert Sie?
Planänderungen oder wenn es im Mai schneit. (schmunzelt)

Was machen Sie in zehn Jahren?
Meine Karriere ist dann wohl vorbei. Aber wer weiss, vielleicht bin ich weiterhin in der Velobranche tätig. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.05.2017, 10:42 Uhr

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