Handball

Die Barrage wird abgeschafft

Auf die Saison 2017/18 wird der Modus der Nationalliga A angepasst. Neben weniger Partien in der Hauptrunde ist vor allem die Erweiterung der Playoffs um die Viertelfinals signifikant. Auch am Tabellenende kommt es zum Showdown, der Absteiger wird im Playout ermittelt. Die Barrage entfällt.

Jubeln kann Ramon Schlumpf von den Lakers Stäfa in Zukunft nicht mehr in der Barrage sondern im Playoff oder Playout.

Jubeln kann Ramon Schlumpf von den Lakers Stäfa in Zukunft nicht mehr in der Barrage sondern im Playoff oder Playout. Bild: Patrick Gutenberg

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Zweimal zogen die Lakers Stäfa als NLA-Neunte in der Barrage gegen den NLB-Zweiten TV Endingen den Kopf aus der Schlinge. Genauso schafften GC Amicitia – 2013 in der ersten Saison nach der Reduktion der Nationalliga A auf zehn Teams – und Fortitudo Gossau vor Jahresfrist den Ligaerhalt. Wenn die Stäfner Mitte Mai erstmals «von unten» in die Barrage steigen, werden sie bei der Derniere dieses Formats involviert sein. Ab der Saison 2017/18 wird es nämlich nur noch einen Direktabsteiger aus der Natio­nalliga A geben.

Das ist eine Folge der von der Swiss Handball League (SHL) beschlossenen Modusänderung. Die Gründe dafür sind laut Matthias Schlageter, dem Kommu­nikationsverantwortlichen der SHL, vielschichtig. «Im Vordergrund steht die Entlastung der NLA-Teams in der Hauptrunde. Ebenfalls eine Rolle spielt, dass damit der Nationalmannschaft genügend Termine zur Verfügung gestellt werden. Mit einer weiteren Playoff-Runde und der neu eingeführten Playout-Ausscheidung sorgt die SHL zudem für zusätzliche Spannung im Meis­ter­schaftsendspurt.»

Mehr Playoff-Tickets

Gerade zu Saisonbeginn, wenn zahlreiche Teams in den europäischen Wettbewerben engagiert sind, häufen sich die Spiele im Handball. Terminkollisionen mit dem Europacup-Spielplan sorgen dafür, dass es zu einer grossen Anzahl an Spielen in kürzester Zeit kommt. Die Nationalliga A reagiert darauf und wird neu ab der kommenden Saison in der von Ende August bis Mitte Dezember 2017 stattfindenden Hauptrunde die Anzahl der Meisterschaftsspiele reduzieren. Dadurch bestreiten die zehn NLA-Klubs nur noch 14 statt wie bisher 18 Hauptrundenpartien. Anhand der Rangliste der Vorsaison werden zwei Staffeln gebildet, in denen die Teams Hin- und Rückspiele bestreiten. Gegen vier der fünf Equipen aus der anderen Gruppe treten sie nur einmal an.

Weiterhin startet der Meisterschaftsbetrieb am 31. Januar 2018 nach der Nationalmannschaftspause wie bisher mit zehn Duellen der besten sechs Mannschaften in der Finalrunde. Die nach der Hauptrunde auf den Rängen 7 bis 10 klassierten Teams spielen die auf zehn (ehemals zwölf) Runden angesetzte Abstiegsrunde. Um die Spannung in der Abstiegsrunde bis zuletzt aufrechtzuerhalten, haben zwei Klubs einen besonderen Anreiz. Die Mannschaften, die nach Been­digung der Abstiegsrunde auf Rang 1 und 2 liegen, quali­fizieren sich ebenfalls noch für die Playoffs.

Ein spannendes Playout

Neu spielen somit acht Teams ab den Viertelfinals im Modus Best-of-5 um den Titel (Playoff-Start: 24. März 2018). «Damit schafft die SHL für ihre höchste Spielklasse eine zusätzliche ­Runde mit spannenden Direktduellen auf dem Weg zum Meistertitel», sagt Schlageter.

Am Tabellenende kommt es zur ultimativen Ausscheidung zwischen dem Dritt- und Viertplatzierten der Abstiegsrunde. Im Modus Best-of-5 wird der einzige Absteiger aus der NLA ermittelt. Auf gleiche Weise spielt die Nationalliga B im Duell zwischen dem Ersten und Zweiten den Aufsteiger aus. Das verlängert für diese beiden Teams die Saison bis Ende Mai.

Ohne Vereinsbrille

«Ich hätte am liebsten zwei ­12er-Ligen mit einer Auf-/Abstiegsrunde NLA/B», sagt Thomas Etter, der VR-Präsident der GS Players AG, die für den Betrieb der Lakers Stäfa zuständig ist. Da dies terminlich aber nicht realistisch ist, seien die nun gewählten Varianten am besten. «Wichtig ist genau diese terminliche Trennung des Spielbetriebs der beiden Ligen», sagt Etter, der als SHL-Vertreter im Strategischen Ausschuss Spielbetrieb und Schiedsrichter Einsitz nimmt.

Im Sinne des Handballsports müsse er dabei jeweils die Vereinsbrille ablegen, sagt ­Etter. Über die Barrage den ­Lakers ein zweites Törchen für den Aufstieg offen zu halten, kam für ihn deshalb nicht infrage. «Einen Modus, der alle glücklich macht, gibt es nicht.»

Von der geringeren Anzahl Ernstkämpfe im Herbst soll die Nationalmannschaft profitieren. «Da es kaum Schweizer Profis gibt, war die Belastung für die Spieler zu gross. Die Folge davon waren Verletzungen», erklärt Thomas Etter. Soll sich die Auswahl von Nationalcoach Michael Suter in den Playoffs im Juni ­wieder einmal für Titelkämpfe qualifizieren, braucht es bezüglich der Rahmenbedingungen für die Landesauswahl eine Verbesserung. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.04.2017, 17:40 Uhr

Cup

Neben dem Meisterschafts­modus verändert sich in der Saison 2017/18 auch der Schweizer Cup. Und das hat bereits jetzt Auswirkungen. Weil der Cupfinal um Weihnachten – statt wie bisher im Februar – stattfinden soll, musste die 1. Vorrunde bereits Anfang April durchgedrückt werden. Da sich nur die Hälfte der 32 Erstligisten für den K.-o.-Bewerb einschrieben, war jedoch bloss eine einzige Partie nötig.

Die 1. Hauptrunde mit Betei­ligung der NLB-Klubs wird bereits in der Woche nach Ostern ausgetragen. Kurz bevor in der Meisterschaft die letzten beiden – heuer bezüglich Aufstieg bedeu­tungslosen – Runden anste­hen.

Für die NLA-Teams bedeutet das Vorziehen des Endspiels, das nicht mehr im Rahmen eines ­Final Four ausgetragen wird, im Herbst eine Mehrbelastung. Die Finalisten tragen zwei zusätz­liche Partien aus, was den Effekt der Reduktion der Hauptrunde zur Hälfte wieder auffrisst. Das ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. (db)

«Einen Modus, der alle glücklich macht, gibt es nicht»:
Thomas Etter. (Bild: zvg)

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