Squash

«Bin ein grosser USA-Fan»

Im SC Sihltal ist Dimitri Steinmann die Nummer 2. Auch im nationalen Ranking hat der 19-jährige Glattaler sich auf diese Position hochgespielt. In Zukunft will er seinen Teamkollegen Nicolas Müller als Einzel-Meister ablösen.

Squash-Profi Dimitri Steinmann kehrt oft bei Burgers & Shakes im Glattpark ein, «denn hier schmeckt nicht nur der Espresso, sondern auch das Essen vorzüglich», wie er sagt.

Squash-Profi Dimitri Steinmann kehrt oft bei Burgers & Shakes im Glattpark ein, «denn hier schmeckt nicht nur der Espresso, sondern auch das Essen vorzüglich», wie er sagt. Bild: Dominic Duss

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Sie haben einen Espresso bestellt. Was mögen Sie daran?
Dimitri Steinmann: Kaffee habe ich schon lange gern, der Espresso muss aber gut sein.

Ist das auch Ihr Lieblings­getränk?
Nein. Mein Favorit ist Apfelschorle, was ich aber wenig ­trinke, dafür umso mehr Wasser.

Und was essen Sie gern?
Am liebsten habe ich Spaghetti carbonara.

Was Sie sicher problemlos selbst zubereiten können.
Mehr oder weniger ja. Zwischendurch koche ich gern, das sind dann aber keine kulinarischen Höhenflüge. (schmunzelt)

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Ausgewogene Mahlzeiten sind mir wichtig. Und ich verzichte so oft als möglich auf Süssgetränke.

Sie haben letztes Jahr das Gymnasium verlassen und setzen voll auf den Sport. Wie halten Sie sich finanziell über Wasser?
Mit Burgers & Shakes habe ich einen starken Sponsor. Auch die Sporthilfe unterstützt mich, und ich arbeite im 20-Prozent-Pensum in einer Werbeagentur. Das lässt sich perfekt mit meinen 35 Stunden Training pro Woche verbinden.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Die Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney, wobei mir vorallem das Tontaubenschiessen in Erinnerung geblieben ist. Als Knirps wollte ich das immer sehen. Warum weiss ich aber nicht.

Wie sind Sie zum Squash gekommen?
Mein damaliger bester Kollege hat mich als Vierjährigen ins Schnuppertraining mitgenommen. Bis zwölf war ich sehr polysportiv und spielte auch Fussball, Tennis, ging ins Fechten, Kunstturnen und Schwimmen. Erst dann entschied ich mich für Squash und trat dem SC Uster bei. 2015 verpflichteten mich die Sihltaler.

Warum wählten Sie eine Randsportart wie Squash?
Weil es der einzige Sport ist, der alles verbindet. Man muss schnell und gleichzeitig ausdauernd sein, stabil, aber doch nicht zu schwer werden, ein gutes Ballgefühl haben und koordinativ auf der Höhe sein. Nur wer alles perfekt vereinen kann, wird zum Allrounder.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Höhepunkte waren die vier nationalen Einzel-Meistertitel als Junior und drei EM-Medaillen mit dem Junioren-Nationalteam. Auf U19-Stufe gehörte ich den Top 3 des World Ranking an. Das grösste Highlight war jedoch, als ich letztes Jahr meinen Traum ver­wirk­lichen und Profi werden konnte.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Das Verpassen des Finals an der U17-EM 2016. Noch heute bin ich überzeugt, dass wir damals grosse Chancen auf den Titelgewinn gehabt hätten.

Erfreulich ist dafür Ihre Bilanz der vergangenen NLA-Saison mit Sihltal: Sie gewannen 11 von 13 Spielen. Wo sehen Sie dennoch Steigerungspotenzial?
In den beiden Niederlagen. Dass ich mich zwei in der Weltrang­liste weit vor mir klassierten Gegnern (Top 80 und Top 40; Red.) nur knapp geschlagen geben musste, zeigt aber, wie nahe ich an Topspielern dran bin.

Auch international machten Sie mit dem Vorrücken im World Ranking (von Platz 200 auf 144) in gut einem Jahr grosse Fortschritte. Was liegt in nächster Zeit drin?
Mein Ziel ist es, bis Ende Jahr in die Top 100 vorzustossen. Das ist abhängig vom Abschneiden an den nächsten Turnieren (Steinmann spielt am GC-Cup in Zürich, Austrian Open und Sekisui Open in Kriens; Red.), aber realistisch.

«Gegen andere Schweizer bin ich nicht mehr der Verfolger, sondern der Gejagte», sagten Sie schon letztes Jahr. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?
Bis anhin gut, denn in diesem Jahr hat noch kein Schweizer mich ­geschlagen. Nur gegen Nicolas Müller bin ich noch in der Rolle des Jägers. Als Bub rechnete ich nicht damit, so schnell die Nummer 2 der Schweiz zu werden. Ich war zahlenversiert, sah meine 30 Punkte und dass die Top- ­Ten-Spieler 350 oder mehr haben. «Da muss ich lange spielen, um sie aufzuholen», dachte ich damals.

«Als Knirps wollte ich immer das Tontaubenschiessen sehen.»Dimitri Steinmann

An den nationalen Einzel-Meisterschaften in Kriens sollten Sie die Runde 1 locker überstehen. Welches Ziel haben Sie sich für die SM gesteckt?
Nachdem ich letztes Jahr im Halbfinal gegen Nicolas Müller verloren habe (daraufhin gewann Steinmann Bronze; Red.), will ich heuer in den Final kommen. Ich darf aber keinen Gegner unterschätzen und auf die leichte Schulter nehmen.

Und wie könnten Sie dann im Endspiel Müller bezwingen?
Bis anhin gewann ich noch nie mehr als zwei Sätze gegen Nici, und das auch nur im Training. Ich müsste von A bis Z komplett durchspielen, meinen besten Tag erwischen und er einen seiner schlechtesten.

Was können Sie vom Serienmeister noch lernen?
In den letzten zwei Jahren pro­fitierte ich bereits sehr von Müllers Ratschlägen. Er ist mir aber spielerisch, mental und auch vom Spielverständnis her noch weit voraus. Doch mit seiner Unterstützung, die für mich Gold wert ist, komme ich Schritt um Schritt vorwärts.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Um direkt ins Training zu gehen, komme ich ohne ihn aus. (lacht) Wenn andere Termine anstehen, benötige ich rund zehn Minuten.

Mit welcher Person würden Sie gern für einen Tag tauschen?
Da gibt es nur eine: Roger Fede­rer. Zu ihm habe ich schon immer hochgeschaut. Ihn und auch Muhammad Ali bewundere ich sehr.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Im Sommer möchte ich mit Freunden nach Miami reisen, wir haben aber noch nichts konkret geplant. Ich bin ein grosser ­USA-Fan. Nur mit der neuen ­politischen Situation kann ich mich nicht anfreunden.

Ihr Lieblingssong?
«Sharp Dressed Man» von ZZ Top und «Eye of the Tiger», da ich ein grosser Fan der Rocky-Filme bin.

Sind das Ihre Lieblingsfilme?
Ja, nur «Rocky V» finde ich nicht so stark.

Ihr Lieblingsbuch?
«Die Firma» von John Gri­sham. Sein Werk bildete die Basis für den gleichnamigen Film mit Tom Cruise in der Hauptrolle.

Ihr Lebensmotto?
Ich versuche – unabhängig von der Lebenssituation –, immer das Beste herauszuholen.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Ich bin relativ unordentlich, arbeite aber daran.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Ich gebe nie auf.

Was macht Sie glücklich?
Wenn etwas funktioniert, woran ich lange gearbeitet habe. So auch meine Fortschritte im Squash. Und wenn ich mal Zeit mit meinen Liebsten geniessen kann.

Was ärgert Sie?
Niederlagen, da ich immer und über­all sehr ambitioniert bin, sowie sinnlose Sisyphusarbeiten.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Dann bin ich immer noch Profi oder sonst Trainer. Doch man weiss nie, was die Zukunft bringt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.04.2017, 10:39 Uhr

Worum gehts?

An der Einzel-SM in Kriens steht Dimitri Steinmann im Viertelfinal. Er bezwang gestern den Qualifikanten Jakob Känel 11:7, 11:5, 11:7. Heute spielt die Nummer 2 des SC Sihltal gegen den auf Position 10 gesetzten Cedric Kuchen. Titelverteidiger Nicolas Müller wurde seiner Favo­ritenrolle zum Auftakt auch gerecht. Der Hirzler schlug Christoph Zust, der sich via Vorrunde qualifiziert hatte, nach engem Startsatz (15:13) mit 11:1 und 11:6. Nun trifft das Sihltaler Aushängeschild auf Roman Allinckx. Dieser schaltete gestern Müllers Teamkollegen Andreas Dietzsch aus. Der Langnauer unterlag der Turniernummer 8 in drei Sätzen (11:13, 7:11, 4:11), sonst hätte er sich heute mit dem zehnfachen Meister duelliert. (ddu)

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