Handball

Der Barrage-Experte

Acht Jahre lang war der Stäfner Frohberg seine Heimat. Am Samstag trifft Jonas Mächler im Barrage-Rückspiel mit Fortitudo Gossau auf seinen Ex-Klub. Der 24-jährige Kreisläufer ist ein wahrer Experte im Kampf gegen den Abstieg aus der NLA.

Acht Jahre lang spielte Jonas Mächler in Gelb-Schwarz. Am Samstag empfängt er Stäfa mit Gossau im Barrage-Rückspiel.

Acht Jahre lang spielte Jonas Mächler in Gelb-Schwarz. Am Samstag empfängt er Stäfa mit Gossau im Barrage-Rückspiel. Bild: Patrick Gutenberg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Zum vierten Mal in Folge zittert Jonas Mächler Ende Saison um den Ligaerhalt. 2014 und 2015 zog er mit den Lakers Stäfa jeweils gegen Endingen den Kopf noch aus der Schlinge. Dann wechselte der ehemalige Junioren-Nationalspieler zu Fortitudo Gossau und musste mit den Fürstenländern ebenfalls gegen Endingen, das heuer den Direktaufstieg schaffte, den Platz in der Nationalliga A verteidigen.«Ich weiss langsam, was es braucht, um die Barrage zu überstehen», schmunzelt Mächler. «Zum Glück gibt es jeweils ein Rückspiel.» Schon zweimal gelang seinem Team so schon die Wende – vor Jahresfrist in einem wahren Krimi. Nach dem 24:24 auswärts stand es in Gossau kurz vor Schluss 28:28. Die Fürstenländer hätten wegen der Auswärtstoreregel in den sauren Apfel beissen müssen. Doch Yannick Harder, am Samstag vierfacher Torschütze, erlöste sie mit dem 29:28-Siegtreffer.

Noch Luft nach oben

Auch am Samstag könnte es wieder eng werden. Das Hinspiel in Stäfa verlor Fortitudo 28:29. «Im ersten Moment war ich wegen der Niederlage recht enttäuscht», gesteht Mächler. In der Abstiegsrunde hatten die Gossauer sich mit sieben Siegen in Folge noch in die Barrage gerettet. Aber das Positive sei, dass sie nur mit einem Tor Differenz verloren. «Es hätten auch deren drei sein können.» Führten doch die Stäfner 30 Sekunden vor Schluss 29:27 und waren in Ballbesitz.

«Bei uns haben einige Spieler noch Luft nach oben.»Jonas Mächler

«Bei uns haben noch viele Spieler Luft nach oben», ist Mächler überzeugt. Gemangelt habe es im Hinspiel am Spielfluss. «In der Abstiegsrunde war fast jede Partie für uns wie ein Endspiel, trotzdem liessen wir den Ball gut laufen. Das gelang uns in Stäfa nicht.» Der Kreisläufer und Defensivspezialist fordert von seinen Teamkollegen einen geschlosseneren Auftritt in der Verteidigung: «Die Lakers kamen zu oft mit Durchbrüchen in der Mitte zum Abschluss.»

«Rechnen ist gefährlich»

An der Ausgangslage habe sich nach halbem Pensum eigentlich nicht viel verändert, findet der 24-Jährige. «Wir müssen einfach gewinnen. Rechnen während dem Match ist gefährlich.» Mächler rechnet trotzdem – und zwar damit, auch nächste Saison in der Nationalliga A zu spielen. Er hat seinen Vertrag mit Gossau bis 2019 verlängert.

«Ich habe mich hier gut eingelebt», sagt der Schreiner, der der Liebe wegen – er ist mit der Tochter des ehemaligen Forti-Präsidenten Philipp Staerkle liiert – in die Ostschweiz gezogen ist. Seit Jahresbeginn arbeitet er fast ausschliesslich im Büro und kaum mehr in der Werkstatt. «Die Arbeit ist eher kopflastig. Ich zeichne Pläne, betreue erste Projekte. Das ist spannend.» Das 100-Prozent-Pensum könne er neben dem Handball aber nur bewältigen, weil die Wege kurz seien. «In fünf Minuten bin ich von zu Hause mit dem Velo am Arbeitsplatz oder in der Halle.»

Auf Derniere anstossen

Den Kontakt zu «alten» Kollegen in Rüti, wo er aufwuchs, oder Stäfa zu pflegen, sei aber schwierig, sagt Jonas Mächler. «Spontan ist da eigentlich nichts möglich.» Seine Familie besucht ihn oft an Heimspielen. «Danach gehen wir meist zusammen essen.» Am Samstagabend will er mit ihnen auf den vierten Triumph in der Barrage anstossen – wegen der Modusänderung ist es unabhängig vom Ausgang der Partie die Derniere. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.05.2017, 15:55 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Kinder profitieren davon, wenn Mama und Papa anders erziehen

Gesundheit «Ich kann trotz Krankheit noch lachen»

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben