Rapperswil-Jona

«Gehe mit Freude zur Arbeit»

Mit einem Heimspiel starten die Lakers heute Abend in die Playoff-Viertelfinal-Serie gegen Olten. Für Trainer Jeff Tomlinson beginnt damit die «schönste Zeit des Jahres». Der 46-Jährige hofft, dass sie möglichst lange dauert.

Jeff Tomlinson trinkt «viel zu viel» Kaffee, wie er findet, «bis zu zehn Becher pro Tag». Bei Starbucks ist der 46-jährige Lakers-Trainer Stammgast.

Jeff Tomlinson trinkt «viel zu viel» Kaffee, wie er findet, «bis zu zehn Becher pro Tag». Bei Starbucks ist der 46-jährige Lakers-Trainer Stammgast. Bild: Silvano Umberg

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Sie haben einen Hazelnut Latte, sprich mit Haselnuss-Sirup versetzten Milchkaffee, bestellt. Was mögen Sie daran?
Jeff Tomlinson: Den Haselnussgeschmack. (lacht) Er bringt eine Abwechslung zum normalen Kaffee, den ich sonst meist trinke – und zwar in Unmengen. Es sind sicher bis zu zehn Becher pro Tag.

Ist Kaffee in dem Fall Ihr Lieblingsgetränk?
Nein, am liebsten mag ich Mineralwasser.

Und was essen Sie gerne?
Obst, sei es als Zusatz im Müesli oder dann als Fruchtsalat.

Essen Sie bewusst gesund?
Schon, ja. Aber vor allem esse ich, was ich mag und relativ einfach zuzubereiten ist. Denn ich bin kein besonders guter Koch.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Mit einem Golfer . . . beispielsweise Jordan Spieth, der am Sonntag gerade wieder ein Turnier gewonnen hat. Was gibt es Schöneres, als den ganzen Tag in der Natur zu sein, Golf zu spielen und dabei noch Multimillionär zu werden? In einem zweiten Leben würde ich Golfprofi werden wollen.

Spielen Sie auch Golf?
Ja, seit ich Trainer bin aber nur noch selten, spricht drei-, viermal pro Jahr. Als Spieler, speziell während der Zeit in Carolina, spielte ich so oft pro Woche. Entsprechend ist mein Handicap von damals 6 auf nun circa 15 gestiegen.

Welche Person bewundern Sie?
Roger Federer. Seine mentale Stärke ist der Wahnsinn, ähnlich wie bei einem Tiger Woods früher. Mich beeindrucken generell Menschen, die in wichtigen Moment zur Höchstform auflaufen.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Die wichtigsten Zutaten sind sechs Punkte, Sonnenschein und guter, heisser Kaffee.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Mit meinen beiden Söhnen (sie sind 16- und bald 18-jährig undleben bei der Mutter in den USA; Red.), für je eine Woche in Florida, Kanada und Rapperswil-Jona – nach dem Saisonende, also hoffentlich erst im Mai.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Eine Coca-Cola ab und zu muss einfach sein. Und zwar das Original, trotz dem vielen Zucker.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Ich bin sehr loyal und ehrlich.

Was macht Sie glücklich?
Die kleinen Sachen im Leben. Ein paar Stunden Ruhe in den Bergen geben mir sehr viel, ebenso gute Freundschaften, meine Familie und meine Partnerin.

Was ärgert Sie?
Erstens: wenn wir schlecht spielen. Zweitens: egoistische Menschen. Drittens: Autofahrer, die den Blinker nicht benützen.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Die Familie, die Gesundheit.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Hoffentlich immer noch dasselbe wie jetzt, denn ich bin sehr zufrieden mit meinem aktuellen Leben.

«Entscheidend ist, wie man als Gruppe zusammenwächst.»Jeff Tomlinson

Zurück zur Gegenwart. Am Sonntag ging die Qualifikation zu Ende, Ihre zweite als Lakers-Trainer. Wie wird sie Ihnen in Erinnerung bleiben?
Als eine sehr herausfordernde Zeit, in der ich wiederum sehr viel dazugelernt habe. Das aktuelle Team ist vom Charakter her ganz anders als das letztjährige, viel sensibler. Man muss aufpassen, was man sagt. Das ist nicht immer leicht für Robin (Farkas, der Assistenztrainer; Red.) und mich.

Was bereitete Ihnen die grössten Sorgen?
Einerseits das Abwehrverhalten. Wir liessen schlicht zu viele Gegentore zu. Das war sehr frus­trierend. Andererseits fehlte es uns an Konstanz, auch innerhalb eines Spiels. Auf ein super Drittel folgte oft ein schwaches.

Was sind die Gründe dafür?
Es sind verschiedene. Wir verloren ein paar wichtige Spieler. Dion Knelsen ist offensiv sicher besser als Andrew Clark letzte Saison, nicht aber defensiv. In den Playoffs muss er sich diesbezüglich steigern, wie viele andere auch. Deshalb führte ich diese Woche diverse Einzelgespräche. Ein weiterer Grund ist der bereits erwähnte, veränderte Charakter. Das aktuelle Team gibt sich manchmal etwas gar schnell zufrieden. Auch ist der Kitt in der Gruppe noch nicht so da. Das mag mit der anderen Ausgangslage zusammenhängen. Die vergangene Saison war ein Neuanfang. Alle waren bereit, alles dafür zu geben. Die Spieler zusammenzuschweissen, war da einfacher. Die Folge davon merkt man speziell in der Defensive, wo alle sechs Spieler auf dem Eis sehr gut zusammenarbeiten müssen.

Und was hat Ihnen in der zurückliegenden Qualifikation Freude bereitet?
Die Zusammenarbeit mit den Spielern und allen Beteiligten bei den Lakers. Ich gehe jeden Tag mit Freude zur Arbeit, mag jeden einzelnen Spieler als Person sehr gerne.

Statt des Qualifikationssiegs wurde es diesmal nur Rang 4. Wie zufrieden sind Sie damit?
In den Top 4 zu sein, bewerte ich grundsätzlich als positiv. Man muss sehen, dass sich die anderen Teams teils brutal verstärkt haben. Allerdings hätten wir durchaus mehr Punkte holen und folglich weiter oben stehen können.

Letzte Saison wurde Ihre Mannschaft Richtung Playoffs immer stärker, beschloss die Qualifikation mit fünf Siegen. Diesmal konnten nur zwei der letzten sechs Partien gewonnen werden. Beunruhigt Sie das?
Ein bisschen schon. Was mich jedoch zuversichtlich stimmt: Wir haben auf das letzte Spiel hin einige kleine Veränderungen vorgenommen, und diese wurden gut umgesetzt. Das Team hat in Martigny engagiert und körperbetont gespielt und auch besser verteidigt. Zudem glaube ich, dass es dieser Mannschaft besser bekommt, wenn sie etwas mit dem Rücken zur Wand steht.

Nach den zwei abschliessenden Niederlagen heisst der Viertelfinalgegner statt Ajoie nun Olten. Hand aufs Herz: Darüber sind Sie doch froh, nicht?
Ihr Medien wieder . . . (schmunzelt) Das Ganze war kein Wunschkonzert. Und wir haben sicher nicht absichtlich verloren. Zudem ist Olten insgesamt eher stärker besetzt und hatte ja seit dem Trainerwechsel einen ähnlich guten Lauf wie Ajoie.

Was sind die Stärken und Schwächen von Olten und was wird der Schlüssel zum Erfolg für die Lakers?
In Oltens Team ist sehr viel Spielintelligenz vorhanden, Power- und Boxplay sind sehr gut, das Umschalten von Verteidigung auf Angriff funktioniert überragend. Für uns bedeutet dies: die Puckverluste minimieren und von der Strafbank fernbleiben. Gelingt uns dies, haben wir Vorteile.

Was für eine Serie erwarten Sie?
Eine enge, emotionale, in der um jeden Zentimeter Eis gekämpft wird. Das Heimrecht könnte deshalb sehr wertvoll sein. Ein guter Start ist sicher wichtig.

Nach der eher durchwachsenen Qualifikation: Wohin führt der Weg der Lakers in den Playoffs?
Obwohl wir nicht das bestbesetzte Team in dieser Liga haben, sehe ich genügend Potenzial, um alle zu schlagen. Dazu muss allerdings viel zusammenkommen, so wie vergangene Saison bei Ajoie. Entscheidend ist, wie man als Gruppe zusammenwächst. Deshalb haben wir diese Woche noch teambildende Massnahmen ergriffen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.02.2017, 09:26 Uhr

Letzte News

Die Lakers können zum Start der Playoffs wieder auf Verteidiger Cyrill Geyer sowie Stürmer Ryan McGregor zählen. Geyer fehlte seit Anfang Februar wegen einer Ellenbogenverletzung, McGregor zuletzt wegen einer Zerrung. Im Tor der Rosenstädter wird heute ­ – erwartungsgemäss – Melvin Nyffeler stehen. Von den drei für die Playoffs zusätzlich verpflichteten Spielern kommt keiner zum Einsatz. Alex Hutchings und Atanasio Molina sind überzählig, Thomas Büsser ist noch verletzt.

Neuigkeiten gibt es auch von der Lizenzkommission der Nationalliga. Red Ice Martigny und Ajoie, die im Viertelfinal ab heute aufeinandertreffen, dürfen wegen ihrer ungenügenden Infrastruktur nicht in die NLA aufsteigen. Sollte einer der beiden Klubs Meister werden, entfällt – wie vor Jahresfrist, als Ajoie triumphierte – die Ligaqualifikation. (su)

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