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Die Autoversicherer sind erfinderisch: Neben den eigentlichen «Musts», der Haftpflicht- beziehungsweise der Kaskoversicherung, fu?hren sie ganze Bündel von verlockenden Zusatzprodukten im Angebot. «Risikoschutz total», heisst die Devise. Die Konsumenten sind für solche Botschaften empfänglich, denn Schweizerinnen und Schweizer scheuen bekanntlich das Risiko. «Risikoschutz total» kostet.
Ein 40-jähriger Zürcher mit einem Mittelklassefahrzeug neueren Jahrgangs muss für die «Musts» plus Zusatzoptionen bei vielen Autoversicherern über 1500 Franken Jahresprämie hinblät-tern. Ist die «No Risk»-Strategie ihr Geld wirklich wert? Nur für Neuwagenbesitzer
Beispiel Parkschadenversicherung: Sie ist eine Zusatzoption, die bei den meisten Versicherern nur dann überhaupt angeboten wird, wenn der Wagenbesitzer gleichzeitig eine Vollkaskoversicherung abschliesst. Die Parkschadenversicherung springt dann ein, wenn unbekannte Dritte das parkierte Auto beschädigen. Die Teilkaskoversicherung zahlt bei einem solchen Schaden nicht. Hat man keine Parkschadenversicherung, dafür aber eine Voll- kaskoversicherung, zahlt diese den Schaden. Aber leider nicht umsonst, denn das Opfer muss für den Selbstbehalt und für den resultierenden Bonusverlust selbst aufkommen. Der Bonusverlust lässt sich zwar wiederum versichern, allerdings kostet auch die Option «Bonusschutz» zusätzlich.
Parkschadenversicherte haben alle diese Nachteile nicht, dafür ist die Prämie in der Regel eher hoch. Je nach Versicherer kostet die Jahresprämie zwischen 140 und weit über 200 Franken. Dabei gibt es unter Umständen weitere Einschränkungen: Der eine Versicherer kommt für höchstens einen Schaden-fall pro Kalenderjahr auf, der andere berechnet einen Selbstbehalt. Wieder andere versichern nur einen Maximalbetrag, zum Beispiel höchstens 1000 Franken pro Schadenfall.
Fazit: Eine Parkschadenversiche- rung lohnt sich eher für Besitzer neuerer Fahrzeuge. Für kleine Minderheit geeignet
Beispiel Insassenversicherung: Der Insassenunfall-Zusatz deckt Heilungskosten für Fahrer und/oder Mitfahrer, entrichtet Taggelder bei Spitalaufent-halt oder Arbeitsunfähigkeit und zahlt Kapitalleistungen im Fall von Tod und Invalidität. Die Versicherung zahlt auch dann, wenn der Versicherte am Unfall selbst schuld oder zumindest mitschuldig war. Die Jahresprämie für Lenker und Beifahrer beträgt rund 70 bis 80 Franken pro Jahr.
Notwendig ist dieser Zusatz für die grosse Mehrheit der Autofahrerinnen und Autofahrer nicht, denn diese ist bereits via Krankenkasse oder über den Arbeitgeber unfallversichert. Die Zusatzversicherung beinhaltet allerdings weitere Leistungen, wie ein zusätzliches Taggeld, nebst der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.
Wichtig ist bei allen Zusätzen, sich immer zu überlegen, ob man den erweiterten Schutz wirklich benötigt beziehungsweise wie wahrscheinlich es ist, dass so ein Fall eintrifft. Bei kleineren Ereignissen, wie bei einem Parkschaden, lohnt es sich eventuell, den Schaden aus eigener Tasche zu zahlen. |