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Ein Schokoladefondue samt Rechaud, Keramikform und vier Gabeln für 19 statt 29 Franken, ein Mountainbike für 780 statt 1390 Franken, Polo-Shirts von Yves Saint Laurent für 80 statt 329 Franken - das waren an einem zufällig ausgewählten Stichtag Mitte Februar eine Handvoll Konsumangebote, die man zwar auch im Laden bekommt, aber nicht zu einem solchen Preis. Live- oder Club-Shopping sind zwei neue Phänomene im Online-Handel, die nicht mit dem klassischen Online-Kauf verwechselt werden dürfen. Dort sind die Produkte zwar auch häufig günstiger als im Laden, aber beim Live- und Club-Shopping sind die Preisnachlässe in der Regel deutlich höher. Dafür hat der Kunde aber keine Auswahl, sondern muss das nehmen, was angeboten wird. Bei solchen Einkäufen im Internet sind Preisnachlässe von 50 Prozent und höher möglich, denn Rabatte in dieser Grössenordnung kann oftmals nur gewähren, wer niedrige Personal- und minimale Lagerhaltungskosten hat und eine enorme Menge des gleichen Produkts verkauft.
Geld zuerst, Ware danach
Live- und Club-Shopping sind die Trends im Warenhandel via Internet. Das Besondere daran: Ein oder mehrere Produkte werden in limitierter Stückzahl eine beschränkte Zeit lang auf der Website eines Onlineshops zu einem meist sagenhaft günstigen Preis angeboten. Beim Live-Shopping ist es ein Produkt pro Tag, das alle Internet-Nutzer sofort bestellen können. Club-Shopping-Konzepte sind eine Spur exklusiver. Man muss sich für den Shop anmelden oder von einem anderen Mitglied vorge-schlagen werden. Bei diesem Konzept laufen mehrere Angebote gleichzeitig und dauern in der Regel einige Tage. Hier wie dort gilt das Vorauszahlungsprinzip via Kredit- oder Postkarte beziehungsweise Yellownet-Konto.
Wachsendes Angebot
In der Schweiz steigt die Zahl der Portale (siehe Box) ständig. Zu beobachten ist, dass etablierte Anbieter wie Brack Electronics, Auktionsplattformen wie Ricardo oder Grossverteiler wie Lidl auf den Zug aufspringen. Das erstaunt nicht, weil das Internet für die Anbieter ein geeigneter Kanal ist, um überschüssige Ware und Restbestände loszuwerden oder um neue Produkte zu lancieren. Um den Überblick zu behalten, gibt es auf Facebook und Twitter ein Profil von comparis.ch, auf dem täglich die besten drei Shopping-Angebote aufgeschaltet werden. Diese erscheinen täglich im Facebook-Profil «Preissturz» und auf dem Twitter-Profil «Preissturz1».
Auch im Internet ist nicht alles Gold, was glänzt. In dieser funkelnden Welt gibt es unseriöse Anbieter, die zwar schnell sind beim Kassieren, aber ärger-lich langsam beim Liefern. Wer gedankenverloren Jagd macht auf das Schnäppchen des Tages, sollte vorher bedenken, dass die Schweizerische Gesetzgebung in Sachen Konsumentenschutz noch immer hinter den europäischen Standards hinterherhinkt. Es lohnt sich, vor Jagdbeginn die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zur Kenntnis zu nehmen. Auf der Website des Konsumentenforums (www.konsum.ch ) findet sich dazu eine hilfreiche Sammlung von Merkblättern.