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RATGEBER
 
«Vancouver 2010»: dabei sein in HD-Qualität
vom 08.02.10
Ralf Beyeler*
 

Olympische Spiele zählen zu den sportlichen Megaereignissen. Den wenigsten dürfte es allerdings vergönnt sein, vor Ort mitzuerleben, wie die Cuches, Jankas, Ammanns oder Colognas Medaillen holen. Wir andern werden «Vancouver» als blosse Statisten miterleben, auf dem Sofa vor dem Fernseher. So gesehen, ist «Olympia» nicht nur ein sportliches Grossereignis, sondern auch ein medialer Giga-Event. Via Bildröhre kommt er in die gute Stube.

Fernsehanstalten rüsten auf

Bildröhre? Nun, von ihr gilt es langsam Abschied zu nehmen. Olympia dürfte für viele TV-Konsumenten Anlass dazu sein, in der guten Stube medial aufzurüsten und die Flimmerkiste mit dem grossen Bauch durch einen schicken Flachbildschirmfernseher zu ersetzen. Nur ein Gerät mit der Aufschrift «HD-ready» oder «Full HD» ist in der Lage, die Cuches, Jankas und Konsorten von ihrer schönsten Seite zu zeigen. Das Zauberwort heisst HD-Fernsehen. HD bedeutet High-Definition-Television, auf gut Deutsch hochauflösendes Fernsehen. Die Bildqualität von HD-Sendungen ist dank der höheren Bildauflösung um Längen besser als diejenige des herkömmlichen Fernsehens. Und nicht nur die Bildqualität ist besser, sondern auch der Ton. HD-Sender übertragen in Mehrkanalton, der das Fernsehgucken zum Kinoerlebnis werden lässt, falls der Fernseher mit der Stereoanlage oder, noch besser, mit einer Home-Cinema-Anlage verbunden ist, die die Tonsignale über mehrere Lautsprecher aussendet.

Auch die Fernsehanstalten haben für die Olympischen Spiele aufgerüstet. Die deutschen Sender ARD und ZDF gehen mit «Vancouver» Schritt für Schritt zum HD-Regelbetrieb über, und auch das Schweizer Fernsehen sendet während den 17 Olympia-Tagen rund 300 Stunden direkt und zeitversetzt aus Vancouver, vieles davon in bester Bildqualität. Das in HD-Qualität produzierte und verbreitete Programmangebot wird in den nächsten Jahren rasant wachsen. Derzeit ist dieses noch ziemlich dürftig.

Wer Bilder in HD-Qualität geniessen will, braucht nicht nur einen HD-tauglichen Fernseher, sondern auch ein Empfangsgerät (Set-Top-Box), das die digitalen Fernsehsignale aufbereitet. Kundinnen und Kunden sind mindestens ein Jahr lang vertraglich an ihren Anbieter gebunden. Der Kunde zahlt für die höhere Qualität massiv mehr. Dies können durchaus Kosten von jährlich mehreren hundert Franken sein. Fernsehgeräte der neuesten Generation haben das HDTV-Empfangsteil teilweise bereits eingebaut, was aber noch keinen reibungslosen Empfang garantiert. Viele Anbieter verschlüsseln das Fernsehsignal, und die Entschlüsselung funktioniert nur mit der vom Anbieter gestellten Set-Top-Box. Fernsehzuschauer, die von Olympia keine einzige Minute verpassen wollen, sind darauf angewiesen, Sendungen aufzeichnen zu können. Dies geschieht mit dem Recorder der Set-Top-Box.

Preislich liegen die beiden grossen Provider beim Fernsehangebot in HD-Qualität auf vergleichbarem Niveau (vgl. Tabelle). Bei Cablecom kostet es Fr. 52.25 monatlich, bei Swisscom Fr. 31.25. Das Swisscom-Angebot setzt allerdings einen Telefonanschluss voraus, der monatlich mit Fr. 25.- zu Buche schlägt.

 
* Ralf Beyeler ist Telecom-Experte des Internet-Vergleichsdiensts Comparis.ch.
 



 
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