Rapperswil-Jona

Velokurierdienst ist gut gestartet

Seit zwei Monaten gibt es in der Stadt einen Hauslieferdienst. Die Velokuriere hätten gern noch mehr zu tun.

So wie in Zürich die Pedaleure des Veloblitz unterwegs sind (Bild), liefern seit kurzem auch in Rapperswil-Jona Velokuriere Bestellungen aus.

So wie in Zürich die Pedaleure des Veloblitz unterwegs sind (Bild), liefern seit kurzem auch in Rapperswil-Jona Velokuriere Bestellungen aus. Bild: Symbolbild/Keystone

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Das war Pech für den Kurier. Auf seiner allerersten Fahrt stieg das Elektrovelo aus. Und das in einer Steigung im Joner Lenggis. Doch der junge Mann liess sich nicht beirren und trat umso kräftiger in die Pedale. Er schaffte es auch ohne Motörchen bis zu seiner Kundin. Elizabeth Casal, Geschäftsleiterin des sozialwirtschaftlichen Unternehmens WTL «Zurück in den Arbeitsmarkt», spricht mit einem gewissen Stolz über die neun Velokuriere, die seit anfangs November Einkäufe zu den Kunden nach Hause bringen.

Das Projekt Hauslieferdienst soll Arbeitslosen den Wiedereinstieg erleichtern. Profitieren sollen vor allem auch über 55-Jährige, die es auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt besonders schwer haben. Im Kurierteam gibt es zurzeit zwei ältere Arbeitslose, Flüchtlinge und jüngere Sozialhilfeempfänger. Bis auf einen Mann, der gleich am ersten Tag wieder ausstieg, sind alle seit zwei Monaten dabei. «Sie haben einen regelrechten Ehrgeiz entwickelt», berichtet Casal. Auch von grosser Kälte lasse sich niemand abhalten.

Noch zu wenig Kunden

Noch nicht gleichermassen zufrieden ist die WTL-Geschäftsführerin mit dem Echo von Kundenseite. Die maximal zehn Lieferungen pro Tag und die bisher verkauften vier Jahresabonnemente seien deutlich zu wenig. «Es braucht nach meiner Schätzung rund 300 regelmässige Benutzer, damit es läuft», sagt Elizabeth Casal. «Dann werden wir in der Stadt auch wahrgenommen.» Fernziel sind 25 000 bis 30 000 Lieferungen im Jahr. Diese Zahlen lassen sich aus Städten wie Burgdorf oder Aarau hochrechnen, die ihren Einwohnern schon seit Jahren Hauslieferdienste anbieten. Casal ist optimistisch. Das Ziel sei erreichbar. Die positiven Rückmeldungen der ersten Kunden bestärken sie in ihrer Zuversicht.

Am Hauslieferdienst beteiligen sich sämtliche Geschäfte in Rapperswil-Jona. Vier grosse Läden haben Annahmestellen eingerichtet: Manor, Migros Sonnenhof, Migros Stadttor sowie Coop Eisenhof. Die Kuriere holen die Waren dort ab und transportieren sie zunächst in die Velostation beim Bahnhof Jona. Von da bringen sie die Taschen innerhalb dreier Stunden zum Kunden, zur Kundin nach Hause. Die Einzellieferung kostet fünf Franken. Solange die Kuriere mangels Bekanntheit noch nicht die ganze Zeit mit Lieferungen zu tun haben, setzen sie weitere Ideen um. So sind sie mit einem Kafi-Velo am Bahnhof Jona unterwegs, das sie über die Weihnachtstage mit Lämpchen und einem Christbäumchen geschmückt haben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.12.2016, 15:25 Uhr

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