Linthgebiet

Radaranlagen im Linthgebiet brachten 2016 über 4 Millionen ein

Fixe Radargeräte verschwinden langsam von den Strassen. Auch die St. Galler Kantonspolizei kontrolliert hauptsächlich mobil. Auffällig ist dies häufig an «Raserstrecken». Am meisten Geld brachte 2016 aber ein semi-stationäres Gerät an der Zürcherstrasse in Jona.

55'000 mal hat es geblitzt: Besonders effizient waren 2016 im Linthgebiet nicht die stationären, sondern die mobilen Kontrollen. Viel Geld brachten semi-stationäre Anlagen.

55'000 mal hat es geblitzt: Besonders effizient waren 2016 im Linthgebiet nicht die stationären, sondern die mobilen Kontrollen. Viel Geld brachten semi-stationäre Anlagen. Bild: Archiv ZRZ

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Tempo 50, viel Verkehr, mitten in der Stadt: Die Zürcherstrasse in Jona ist nicht gerade das, was man sich unter einer Raserstrecke vorstellt. Doch 2016 wurden hier 10'000 Fahrzeuge geblitzt. Die Höchstgeschwindigkeit betrug sagenhafte 94 Kilometer pro Stunde. Auffällig ist, dass die Kantonspolizei St. Gallen das semi-stationäre Gerät ganze 99 Tage an der Zürcherstrasse aufgestellt hatte. Der Radar generierte Einnahmen von fast 870'000 Franken. Ein gewisser Lerneffekt zeigte sich bei den Automobilisten. Denn 2015 wurden an 75 Tagen noch über 12'000 Fahrzeuge geblitzt, was mehr als 1 Million Franken eingebracht hatte.

Die Statistik der Kantonspolizei zeigt, dass sogenannte Raserstrecken häufig ins Visier geraten. Etwa die schnurgerade Grynaustrasse in Uznach, wo der Wechsel von der 50er- in die 80er-Zone relativ spät erfolgt. Oder die berühmt-berüchtigte Strasse über den Ricken. Ausserorts wird mit Handlasern gemessen. Bei dieser unauffälligeren Variante gehen öfters auch Raser ins Netz. Als solche gelten Verkehrsteilnehmer die mit 140 km/h in der 80er-Zone unterwegs sind.

Ganz so schlimm ist es bei den Kontrollen innerorts nicht. Doch an der Grynaustrasse in Uznach wurden im letzten Jahr 372 Fahrzeuge geblitzt, die mindestens 21 km/h zu viel auf dem Tacho hatten. Und das obwohl die semi-stationären Geräte sehr auffällig am Strassenrand thronen.

Über vier Millionen Franken Einnahmen durch Radarfallen im 2016: Hier sind die zehn einträglichsten Blech-Polizisten des vergangenen Jahres im Linthgebiet.

Lernfähige Automobilisten

Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei, sieht einen Lerneffekt. In der Regel gingen die Übertretungen zurück, wenn eine Anlage zum zweiten Mal aufgestellt werde. An der Verzeigungsquote zeige sich der Effekt. Waren an der Grynaustrasse 2015 noch 3,15 Prozent zu schnell, waren es 2016 1,83 Prozent.

Den Eindruck, dass an «Raserstrecken» besonders oft kontrolliert wird, bestätigt Rezzoli. «Dass auf diesen Strassen häufig zu schnell gefahren wird, ist der Polizei bekannt», sagt er. Dies würde durch Klagen von Anwohnern bestätigt, was im übrigen auch für die Zürcherstrasse in Jona gilt. Bleibt der Effekt zu klein, würden Fachleute weitere Massnahmen prüfen.

Eine besonders hohe Effizienzquote haben die mobilen Geräte, die in einem Fahrzeug mitgeführt werden. In den teilweise nur stündigen Kontrollen waren bis zu 10 Prozent der Autofahrer zu schnell unterwegs.

24 Blitze pro Jahr

In Jona steht der wahrscheinlich ineffizienteste Radar des Kantons. An der Kreuzung St. Gallerstrasse/Uznacherstrasse blitzte es 2016 nur 24 mal, 2015 22 mal. Und das, obwohl das Gerät am Rotlicht das ganze Jahr in Betrieb ist und fast 400 000 Fahrzeuge die Kreuzung passieren. Lohnt sich der Betrieb einer solchen Anlage überhaupt ? Das spielt in diesem Fall keine Rolle. Denn bei der Einführung der Busbervorzugungsanlage an der Dyoniskreuzung musste eine Radaranlage eingebaut werden, als Auflage des Kantons, wie Rezzoli mitteilt.

Anders sieht es bei den restlichen fixen Geräten im Linthgebiet aus. An der St. Gallerstrasse und der Rütistrasse in Jona sowie der Oberen Bahnhofstrasse in Rapperswil gehen der Kantonspolizei jährlich zwischen 900 und 1700 Fahrzeuge ins Netz.

St. Galler Rekord für fest installierte Anlagen ist das nicht. Diesen hält das Rotlicht- und Geschwindigkeits-Gerät an der Grüneggkreuzung in Zuzwil bei Wil. Dort kam es 2016 zu 3230 Anzeigen mit einem Gesamtwert von 217 320 Franken. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.04.2017, 17:41 Uhr

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